Das Gesicht der Straße wird sich komplett ändern.

Lüwo baut Sozialwohnungen - und reißt ganzen Komplex ab

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Der größte Teil der Wohnungen in diesen Gebäuden Am Grünewald ist längst nicht mehr vermietet.

Lüdenscheid - Das Gesicht der Straße Am Grünewald wird sich komplett ändern. Das Wohnungsbauunternehmen Lüdenscheider Wohnstätten (LüWo) AG, zu fast 100 Prozent Tochterunternehmen der Stadt, hat große Pläne.

Der 1930 errichtete Wohnblock mit den Hausnummern 19 bis 47 soll abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Die benachbarten Häuser 49 bis 53 sind für eine Modernisierung vorgesehen. Die LüWo will mindestens zehn Millionen Euro investieren. 

Der Geschäftsführer des Unternehmens, Christoph Loos, informierte die Fraktionen des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt am Mittwochabend über das Vorhaben. Wenige Tage zuvor hatten Kommunalpolitiker die Gebäude mit Vertretern der LüWo-Spitze in Augenschein genommen. 

„So sind die Objekte nicht mehr vermietbar.“ 

Abgerissen werden 16 Häuser mit insgesamt 73 Wohnungen, von denen inzwischen 67 leer stehen. Die Wohnungen seien „überaltert“, nur teilweise mit Heizungen oder alten Bädern ausgestattet und durchschnittlich 50,5 Quadratmeter groß. Loos im Ausschuss: „So sind die Objekte nicht mehr vermietbar.“ 

Der LüWo-Aufsichtsrat hat die Maßnahme bereits Ende Juni einstimmig abgesegnet. Eine Beschlussfassung durch den Rat ist, wie Ausschussvorsitzender Björn Weiß feststellte, nicht nötig. „Die LüWo arbeitet als Aktiengesellschaft privatwirtschaftlich.“ 

Wie die Neubauten aussehen werden, steht längst nicht fest. Wie Christoph Loos erklärt, ist ein Architektenwettbewerb geplant. Die Rahmenbedingungen sind aber schon definiert. 

Neubauten „klimaneutral und ökologisch“

So sollen die Häuser Am Grünewald energetisch „klimaneutral und ökologisch“ sein, aus Kostengründen in modularer Bauweise errichtet und außerdem mit flexiblen Grundrissen gestaltet werden. Stichworte wie soziale Durchmischung, Barrierefreiheit oder Vermietung an Senioren- oder Behindertenwohngruppen sollen der demographischen Entwicklung der Lüdenscheider Bevölkerung Rechnung tragen. 

Eine Einbindung von Kooperationspartnern wie etwa der benachbarten Lebenshilfe steht ebenfalls auf der Agenda für das Neubauvorhaben. Die Angebots- und Nachfragesituation auf dem heimischen Mietwohnungsmarkt ist nach den Worten des LüWo-Chefs „gekennzeichnet durch einen Angebotsüberhang“. Lage- und Standortqualität würden immer wichtiger. „Das heißt aber im Umkehrschluss, dass in Quartieren mit schlechten Lagen die Leerstände zunehmen.“ 

Modernisierung mit Fördermitteln

Von den zwölf Wohnungen in den drei Häusern Nummer 49 bis 53, die stehen bleiben und modernisiert werden sollen, sind elf ebenfalls nicht mehr vermietet. Finanziert werden soll die Sanierung durch das Förderprogramm „Modernisierung von Wohnraum“. 

Damit werde eine Zweckbindung und eine Mietpreisbindung von 5,35 Euro pro Quadratmeter festschrieben. Außerdem behält die Stadt das Belegungsrecht für Interessenten mit Wohnberechtigungsschein. 

Eine wichtige Voraussetzung, unter der die LüWo das Projekt realisieren kann, fehlt allerdings noch. Die bestehenden Erbpachtverträge mit der Stadt als Grundstückseigentümerin enden regulär am 31. März 2029. Die Verträge müssten laut Loos „um „mindestens 75 Jahre verlängert werden“.

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