Schlimmer Verdacht: Es ging um "so Sex-Sachen mit dem Papa"

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Symbolbild

Lüdenscheid - Der Strafprozess mit all seinen widerwärtigen Details neigt sich dem Ende zu. Aus Sicht des Angeklagten und seines Verteidigers Dominik Petereit dürfte der gestrige Verhandlungstag alles andere als gut gelaufen sein.

Eine Verurteilung zu einer empfindlichen Freiheitsstrafe ist nach der Zeugenaussage einer Sozialpädagogin aus Ratingen näher gerückt. 

Die 50-Jährige hat das ältere der Mädchen in einer geschützten Einrichtung für Kinder betreut. Dort hatte das Jugendamt die Schwestern untergebracht. 

„Gleich beim ersten Gesprächstermin“, berichtet die Zeugin, „hat sie von sich aus viel erzählt“. Es sei „um so Sex-Sachen mit dem Papa“ gegangen, habe das Kind gesagt – und es sei ein paar Mal vorgekommen, im Bett oder unter der Dusche. 

Die Frage des Vorsitzenden Richters Jörg Weber-Schmitz, ob die Zeugin die Angaben des Mädchens für glaubhaft hält, beantwortet die Pädagogin ohne Zögern. „Das Kind hat sehr gefasst gewirkt und das Geschehen konzentriert und sehr ernsthaft geschildert.“ Und: „Aus meiner Erfahrung war das alles sehr glaubwürdig.“ 

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Die Grundschülerin habe zudem berichtet, sie habe das auch ihrer Mutter erzählt, aber keinen Schutz erfahren. „Und sie sagte, sie sei sauer auf ihren Papa und wolle, dass er bestraft wird.“ 

Zu diesem Zeitpunkt ist der Schützling der Ratinger Pädagogin allem Anschein nach davon ausgegangen, dass die kleine Schwester ähnliche Torturen nicht erleiden musste. „Aber bei einem gemeinsamen Gespräch mit den Geschwistern haben sie festgestellt, dass beide betroffen sind und waren beide überrascht.“ 

Am Freitag werden voraussichtlich beide Töchter des Angeklagten in den Zeugenstand gerufen. Nach den Worten des Richters haben inzwischen drei Psychotherapeuten dringend dazu geraten, den 32-Jährigen während der Vernehmungen der Kinder aus dem Gerichtssaal zu entfernen und eine direkte Begegnung zwischen Vater und Töchtern zu vermeiden. „Die Gefahr einer Re-Traumatisierung ist zu groß.“ 

Auch die Öffentlichkeit wird während der Aussagen der Belastungszeuginnen aus dem Gerichtssaal ausgeschlossen. Die Staatsanwältin hat bereits einen entsprechenden Antrag angekündigt.

Der Prozess wird am Freitag um 9.30 Uhr im Saal 201 des Landgerichts fortgesetzt.

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