Ex-Lebensgefährtin belastet Angeklagten schwer

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Symbolbild

Hagen - Es wird zunehmend eng für den Angeklagten. Seine Ex-Lebensgefährtin, die im März 2017 nach einem Streit die Polizei gerufen und ihren Freund damit ins Visier der Drogenfahnder geschoben hat, sagt gegen ihn aus.

Schon zweimal war sie der Ladung der 6. großen Strafkammer nicht gefolgt. Jetzt sitzt die zierliche Verkäuferin (22) im Zeugenstand und belastet ihren ehemaligen Partner. Mindestens vier Jahre haben die beiden zusammengelebt. 

Irgendwann, erinnert sich die junge Frau, habe er mit den Drogen angefangen. „Es wurde immer mehr.“ Sie habe gewusst, um was es geht. 

„Ich wusste auch, dass er Waffen hat.“ 

Demnach telefonierte er mit Kunden, die entweder in die Wohnung kamen oder vor der Tür kauften und bezahlten. „Ich wusste auch, dass er Waffen hat.“ 

Schon morgens habe er seinen ersten Joint geraucht, sie selbst konsumierte ebenfalls Marihuana, „mit ihm zusammen, aber ich habe nicht von ihm gekauft“. Und er habe „nicht selten“ getrunken. 

Die Vorsitzende Richterin Dr. Bettina Wendlandt fragt: „Hat er sich dann auffallend oder unangenehm verhalten?“ Antwort: „Schon!“ Es habe oft Streit gegeben. Einmal habe er ihr einen Gegenstand ins Gesicht geworfen. „Da habe ich die Polizei gerufen, weil ich wollte, dass er die Wohnung verlässt.“ 

Die Beamten kamen wegen häuslicher Gewalt, rochen „Gras“ und durchkämmten die Wohnung. Viereinhalb Monate später dann die nächste Durchsuchung, wieder fanden Polizisten Drogen und Waffen und eine verdächtige Feinwaage. 

„Nach der ersten Aktion hat er sofort weitergemacht.“

Die Zeugin sagt: „Nach der ersten Aktion hat er sofort weitergemacht.“ Der Angeklagte schüttelt den Kopf, lacht kurz auf und ballt die Fäuste. 

Im Zuschauerraum sitzt sein Kumpel, ein Smartphone auf dem Schoß. Die Richterin fordert ihn auf, sein Handy wegzustecken, damit er keine Bild- oder Tonaufnahmen machen kann. 

Im Herbst, nach der zweiten Polizeiaktion, verließ die 22-Jährige ihren Partner. „Weil ich das ganze Theater nicht mehr mitmachen wollte, das mit den Drogenverkäufen, das passte nicht mehr.“

Der Prozess wird am 30. April um 9 Uhr im Saal 247 des Landgerichts Hagen fortgesetzt.

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