Nitratwerte im Leitungswasser weit unter dem Richtwert

Wie Sie mit Lüdenscheider Wasser Ihren ökologischen Fußabdruck verbessern - und viel Geld sparen

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Lüdenscheid - Nitrat im Grundwasser, seine Gefahren und die möglichen Ursachen durch die Landwirtschaft: Rund um das Thema Trinkwasser gibt es viele Schlagzeilen und ebenso viele Fragen. Die gute Nachricht vorweg: Die Nitratwerte im Leitungswasser liegen weit unter den Richtwerten, das Leitungswasser ist einwandfrei. Und: Wer Wasser aus dem Kran trinkt, kann sogar noch Geld sparen. 

Auch in Lüdenscheid kommt es zwar selten, aber bisweilen vor, dass sich Bürger bei ihrem Wasserlieferanten, den Lüdenscheider Stadtwerken, über die Qualität des Leitungswassers informieren. Mit folgendem Ergebnis: Die Nitratwerte im Leitungswasser liegen in der Bergstadt weit unter den Richtwerten, „das Leitungswasser ist einwandfrei und hat eine hohe Qualität“, betont Stadtwerke-Sprecher Andreas Köster. 

Zum Hintergrund: Der Nitratgehalt von Trinkwasser darf nach der deutschen Trinkwasserverordnung 50 Milligramm pro Liter nicht überschreiten. Warum? Weil es sonst zu einem Gesundheitsrisiko kommen kann.

 Im Magen kann Nitrat in Nitrit umgewandelt werden – zusammen mit Proteinen können krebserregende Stoffe entstehen. Außerdem kann Nitrit den Sauerstofftransport im Blut von Säuglingen blockieren, sodass diese „von innen“ ersticken, weiß der Umweltschutzverband VSR-Gewässerschutz. 

Gefahren, die in unserer Region jedoch nicht bestehen, wie auch Michael Brosch, Bürgermeister in Halver und zugleich Vorstandsmitglied des Wasserbeschaffungsverbandes Lüdenscheid (WBV), weiß: „Die Qualität des Trinkwassers ist sehr gut, es kann und soll bedenkenlos getrunken werden.“ Halver bezieht nicht nur Wasser aus seinen eigenen Quellen und Brunnen, sondern kauft auch Wasser beim WBV ein – ebenso übrigens wie Schalksmühle, Herscheid und Plettenberg. 

Während diese Kommunen ihr Wasser größtenteils aus der Jubachtalsperre beziehen, wird Lüdenscheid vor allem mit Wasser aus der Versetalsperre versorgt. Trotz der zuletzt zwei trockenen Sommer, in denen die Verse neue Tiefstände erreicht hatte (nun aber wieder gut gefüllt ist), konnte die Talsperre die Stadt als Hauptversorger problemlos beliefern.

 „Hier hatten und haben wir mit der Qualität und den Nitratgrenzwerten keinerlei Probleme“, erläutert Köster weiter. Bereits vor der Aufbereitung im Wasserwerk Treckinghausen sei die Qualität schon gut, sodass im Nachhinein erst Recht keine Bedenken bestehen. Konkret heißt das: Der Jahresmittelwert lag im Jahr 2018 bei 4,4 Milligramm pro Liter – bei einem erlaubten Grenzwert von 50 Millilitern pro Liter. Der niedrigste Wert lag laut Trinkwasseranalyse im Jahr 2018 bei 3,7, der höchste bei 4,8. 

Laut Köster führen die Stadtwerke selbst regelmäßige Kontrollen und Analysen im eigenen Labor durch und stehen darüber hinaus in engem Kontakt zur Landwirtschaft. Diese wird durch das Ausfahren von Gülle und anderen Düngern oftmals als möglicher Verursacher für hohe Nitratwerte im Grundwasser genannt. „Das ist in unserer Region jedoch völlig unkritisch.“ 

Grund genug auch für Brosch, nur Wasser aus dem Kran zu trinken. Er liegt damit nicht nur im Trend, sondern tut auch etwas Gutes für die Umwelt, in dem er auf unnötige Verpackungen, aber auch lange Lieferwege verzichtet. Nach Angaben der Stadtwerke habe die Trinkwassergewinnung, -aufbereitung, -speicherung und -verteilung einen CO2- Fußabdruck von etwa 0,4 Gramm/Liter. Beim Wasser aus der Flasche liege der CO2-Fußabdruck derweil bei rund 211 Gramm/Liter. „Bei einem vierköpfigen Haushalt mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 1,5 Litern Wasser zum Trinken könne so annähernd eine halbe Tonne CO2 pro Jahr eingespart werden“, rechnet Köster vor.

Und: Das Leitungswasser weist laut Stadtwerke-Sprecher nicht nur eine gute Qualität auf, sondern sei im Vergleich zu gekauftem Wasser auch noch günstig: „Ein Liter kostet gerade einmal ein Sechstel Cent. Das heißt: Das ,Sixpack’ Trinkwasser gibt es von den Stadtwerken Lüdenscheid für rund 1 Cent, direkt aus dem Wasserhahn“, heißt es auf der Internetseite der Stadtwerke. 

„Trinkwasser aus dem Wasserhahn schont also nicht nur den Geldbeutel, sondern auch das Klima, und das bei hoher Qualität“, ist Köster überzeugt.

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