Michael Wirth (Fachdienst Migration des Diakonischen Werks) unterstützt N’Faly Kaba

Lüdenscheider warnt Kanzlerin Merkel in Brief vor Bürgerkrieg

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Michael Wirth vom Fachdienst Migration des Diakonischen Werks und sein Team unterstützen N’Faly Kaba bei seinem Engagement für sein Heimatland Guinea.

Lüdenscheid – „Wir möchten an die Öffentlichkeit und darüber informieren, wie die Zukunft von 13 Millionen Menschen in Gefahr gebracht wird.“

Seit 22 Jahren lebt N’Faly Kaba, gebürtig aus Guinea, mit seiner Familie in Deutschland – und doch lassen ihn die derzeitigen Ereignisse in seinem Heimatland nicht kalt. Im Gegenteil: Gemeinsam mit weiteren Aktiven der Sammlungsbewegung Nationale Front zur Verteidigung der Verfassung Guineas (FNDC) möchte er die demokratischen Regierungen auf die Entwicklungen in Guinea aufmerksam machen und auf einen möglichen Bürgerkrieg hinweisen. 

Unterstützung erfährt Kaba dabei vom Team des Diakonischen Werks, genauer gesagt vom Fachdienst Migration beim Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg: „So weit dies möglich ist, stellen wir unsere Infrastruktur zur Verfügung und helfen bei der Korrespondenz“, erläutert Fachdienstleiter Michael Wirth. 

"Laut Verfassung ist das nicht möglich"

Zum Hintergrund: Wie Kaba erläutert, strebe das amtierende Staatsoberhaupt Alpha Condé eine Änderung der Verfassung an, um nach zwei Amtsperioden ein weiteres Mal antreten zu können. „Das ist laut Verfassung bislang aber nicht möglich“, erläutert Kaba. 

Die besondere Brisanz für ihn ganz persönlich: Seine Schwester ist mit dem amtierenden Staatschef verheiratet. Die Exil-Oppositionsbewegung, die in ganz Europa vertreten sei, setze sich daher für eine demokratische Wahl in 2020 ein – und damit gegen die Verfassungsänderung. 

Brief mit einer Bitte an die Bundeskanzlerin

Im Moment werde in Lüdenscheid ein Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel formuliert – mit der Bitte um ein Treffen mit den Aktiven. „Eine Verfassungsänderung sowie eine weitere Amtszeit Condés hätte sicherlich einen Bürgerkrieg zur Folge – und damit eine weitere Flüchtlingsbewegung“, ist sich N’Faly Kaba sicher. 

Schon seit vielen Jahren berät und betreut der Fachdienst Migration Menschen aus Guinea – und ist sich darüber bewusst, dass Flüchtlingshilfe mehr ist als die Unterstützung bei der alltäglichen Versorgung. 

„Die Diakonie muss sich auch politisch engagieren“, betont Geschäftsführerin Iris Jänicke und verweist auf die biblischen Grundsätze Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. „Vor diesem Hintergrund gilt es, als weltweite Ökumene für Demokratie und Frieden einzutreten.“

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