Satter Gewinn

Was das wohl ist: Lüdenscheider verkauft "Zange" bei Bares für Rares

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Herbert Koschek mit der Einstellzange für Gefechtsköpfe aus dem Jahr 1916, die ihm in der jüngsten Sendung „Bares für Rares“ 190 Euro Gewinn einbrachte.

Lüdenscheid - Sichtet Herbert Koschek kuriose Dinge, ist sein Interesse geweckt. Bei einem Urlaub in Österreich fiel dem Lüdenscheider eine recht große Zange auf, deren genaue Funktion er sich nicht erklären konnte. Mit der Zange ging es zu der ZDF-Sendung "Bares für Rares".

In der jüngsten Ausgabe der Sendung „Bares für Rares“ nahm sie Experte Sven Deutschmanek unter die Lupe – und es lohnte sich für Herbert Koschek. Für zehn Euro hatte er die Zange erworben. 200 nahm er nach der Händlerrunde mit nach Hause und freute sich damit über einen satten Gewinn von 190 Euro.

Im Vorfeld hatte der 65-Jährige mit einigen Kumpeln aus seiner Sportgruppe schon darüber spekuliert, was das denn für ein Teil sein könnte. „Wir haben vermutet, es könnte sich dabei um ein Gerät handeln, mit dem Körperteile vermessen worden sind“, erzählte er Sven Deutschmanek und Horst Lichter, der bilanzierte: „Du kannst dir also vorstellen, dass es ein medizinisches Messgerät ist.“

Zange kam im 1. Weltkrieg zum Einsatz

Doch dann zog Experte Deutschmanek alle Register seines Wissens und zeigte anhand von Gravuren auf der Zange, dass es sich um ein Werkzeug handelte, das 1916 in der Kaiserlichen Armee genutzt worden war. Eine aufgestempelte Krone, eine eingravierte 16 und Zentimeterangaben waren eindeutige Indizien für den Einsatz der Zange im 1. Weltkrieg.

Auf Batteriemunitionswagen sei sie genutzt worden, um Gefechtsköpfe möglichst so genau einzustellen, dass die Geschosse ins Ziel trafen. Das Material bestehe aus Eisen und Messing, klärte Sven Deutschmanek den sichtlich überraschten Lüdenscheider auf. 

Preisspanne von 250 bis 500 Euro

Noch überraschter war Herbert Koschek, als der Experte seinen Preisvorschlag für die anschließende Händlerrunde abgab. „Ich halte eine Preisspanne von 250 bis 500 Euro für durchaus realistisch.“ Bei Militaria-Sammlern könne die Einstellzange für Gefechtsköpfe, die immerhin gut 100 Jahre auf dem Buckel habe, durchaus von Interesse sein, meinte er.

Mit dieser Empfehlung machte sich Koschek optimistisch und gestärkt auf den Weg in die Händlerrunde. Die wusste bei der ersten Begutachtung auch nichts mit der Zange anzufangen, horchte aber ein wenig auf, als sie von dem Lüdenscheider über Funktion und Historie aufgeklärt wurde.

Positives Fazit

Aber Herbert Koscheks Vorstellung von einem Preis zwischen 250 und 500 Euro war allen dann doch eine Nummer zu groß. 200 Euro wurden schließlich geboten. Zwar versuchte der Hobby-Trödler noch einmal ein wenig zu handeln und 220 Euro rauszuholen, doch das Angebot stand und Koschek schlug ein. 

Sein Fazit fiel rundweg positiv aus: „Da kann ich ja nicht viel verkehrt gemacht haben, wenn ich zehn Euro bezahlt habe und 190 Euro Gewinn mit nach Hause nehme.“ 

Mit dem Betrag wolle er die Urlaubskasse aufbessern oder etwas fürs Wohnmobil kaufen. Das hat er offenbar gemacht und sich gleich wieder auf den Weg in den Urlaub gemacht. Für die LN war er am Freitag jedenfalls nicht erreichbar.

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