Umstrukturierungen

Kostal schließt Werk und verlagert Produktion nach Mazedonien

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Der Lüdenscheider Stammsitz der weltweit operierenden Kostal-Gruppe soll gesichert sein.

Lüdenscheid - Die Firma Kostal steht offenbar vor weit reichenden Umstrukturierungen. In einer Betriebsversammlung, an der rund 2000 „Kostalianer“ teilnahmen, hat Andreas Kostal seine Mitarbeiter am Donnerstagnachmittag über die wesentlichen Änderungen informiert.

Dazu gehört nach Informationen unserer Redaktion die Schließung des Produktionsstandortes in England. 

Die Unternehmensleitung äußerte sich am Freitag unter Hinweis auf den internen Charakter der Versammlung nicht zu den Plänen. Möglicherweise, hieß es aus dem Büro des Vorstandes, gebe es in der kommenden Woche eine offizielle Erklärung. 

Nach der Betriebsschließung in Goldthorpe in Mittelengland soll dort, wie aus gut unterrichteter Quelle zu erfahren war, nur eine Vertriebsstelle bleiben, die Fertigung werde demnach in die Ukraine und nach Mazedonien verlagert. 

Der Standort an der Bellmerei in Lüdenscheid – Gründungssitz und Zentrale der Kostal-Gruppe mit 46 Standorten in 21 Ländern auf vier Kontinenten und mit weltweit rund 18 000 Beschäftigten – steht offenbar nicht zur Disposition. Nach Informationen, die unserer Redaktion vorliegen, will Kostal die vormals sichere und lukrative Automotive-Sparte aus der Holding ausgliedern. 

Grund seien spürbare Umsatzrückgänge in der Automobilindustrie. Die Entwicklung, Produktion und Zulieferung von elektronischen Bauteilen – Mechatronik-Module, Bedienelemente und Schalter sowie elektronische Steuergeräte – für die Autohersteller gilt als der größte Geschäftsbereich der Kostal-Gruppe. 

In seiner Rede an die Beschäftigten habe sich Andreas Kostal jedoch zum Standort Lüdenscheid bekannt und den Charakter der von Leopold Kostal 1912 gegründeten Firma als Familienunternehmen hervorgehoben, hieß es weiter. 

Wie außerdem zu erfahren war, habe sich der Geschäftsführer, der die Firma in vierter Generation leitet, gegen nationale Egoismen im weltweiten Wettbewerb ausgesprochen. Die Zahl der Beschäftigten in den ausländischen Tochtergesellschaften ist seit Anfang der 90er Jahre beständig gestiegen. 

81 Prozent der Mitarbeiter sind im Ausland tätig. Das Unternehmen gibt seinen Jahresumsatz für 2017 mit 2,56 Milliarden Euro an.

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