Lüdenscheider Tafel bangt um Brotspenden

Christina Nienhaus, Helferin bei der Lüdenscheider Tafel, vor einem Brotregal, das zurzeit viele Lücken aufweist.

LÜDENSCHEID ▪ Normalerweise sind die Brotregale bei der Lüdenscheider Tafel gut bestückt. Doch nun klaffen große Lücken in den Fächern. „Die Bäckereien sind verunsichert und halten sich zurück. Wenn das aber Schule macht und sich auch auf andere Waren ausdehnt, dann können wir bald dicht machen“, befürchtet Vorsitzender Dieter Rabenschlag.

Hintergrund des Problems ist, dass neuerdings auch zurückgeführte Backwaren, die also nach dem Tagesgeschäft übrig geblieben sind und an die Tafel gespendet werden, umsatzsteuerpflichtig sind. Bisher war das nicht der Fall. Nachdem aber ein Finanzbeamter in Sachsen nach einer Prüfung festgestellt hatte, dass die Backwaren auf jeden Fall der Umsatzsteuerpflicht unterliegen, hatte dies große Kreise gezogen. Dieter Rabenschlag wurde jetzt von Alfred Müller, Sprecher der Tafeln im Verbund NRW, darüber informiert, dass bereits mehrere Tafeln kein Brot oder keine Backwaren von den Bäckern mehr bekommen. „Wir spüren das jetzt auch“, sagte Rabenschlag gestern.

„Es ist nicht verständlich, dass Spender für die Tafel gegenüber denen benachteiligt werden, die Lebensmittel achtlos in den Müll werfen. Wir werden auf schnelle Lösungen drängen“, erklärte aber bereits NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans. Dabei sei der Ausgang des Verfahrens am Bundesfinanzhof zu berücksichtigen.

Das NRW-Finanzministerium habe bereits dafür gesorgt, dass bis zur Klärung der Rechtslage vergleichbare Fälle wie der in Sachsen bis zu einer Entscheidung nicht aufgegriffen werden, damit Spendern für die Tafel keine Nachteile entstehen.

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