Resonanz auf Online-Angebot ist gering

STL wirbt für Börse für Anbieter und Suchende

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Für den Tausch und Verschenkmarkt wirbt der STL auf seinen Fahrzeugen.

Lüdenscheid - Ein Fahrrad, das zu schade für den Sperrmüll ist, eine Schrankwand, die nicht mehr benötigt wird, oder Gartengeräte, für die es keine Verwendung mehr gibt: Was der eine nicht mehr benötigt, kann für einen anderen noch Gold wert sein.

Genau diese Idee haben die Verantwortlichen des Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetriebs Lüdenscheid (STL) vor genau sechs Jahren aufgegriffen und auf ihrer Internet-Seite eine so genannte Tausch- und Verschenkbörse für Privatpersonen eingerichtet. 

Doch seit dem Start ist die Resonanz auf das kostenlose Online-Angebot deutlich zurückgegangen. Derzeit findet sich in dem Portal gerade einmal ein Verschenk-Angebot: Unter der Kategorie „Sonstiges“ verschenkt ein Lüdenscheider ein gebrauchtes Velux-Dachfenster mit Plissee. 

„Leider wird das Angebot nicht so angenommen, wie wir uns das wünschen“, weiß STL-Werkleiter Heino Lange. Etwa 80 Inserate gehen pro Jahr auf der Internet-Seite online – es gibt allerdings auch Monate, in denen das Portal leer ist. 

Dabei hatten die Verantwortlichen mit dem damals neuen Angebot auf die Anfragen vieler Kunden reagiert: „Immer wieder rufen Leute bei uns an, die gut erhaltene Möbel oder anderes abzugeben haben, sie aber nur ungern zum Sperrmüll stellen wollen. Die fragen uns dann: Kennen Sie nicht jemanden, der das gebrauchen kann?“, hatte Lange damals den Hintergrund erklärt. 

Anbieter und Suchende sollen zueinander finden

Beim Tausch- und Verschenkmarkt sollten jene, die etwas verschenken, und jene, die etwas benötigen, zusammengebracht werden. Allerdings, so die Verantwortlichen, handelt es sich um ein reines Online-Angebot, die Möglichkeit, Artikel beim STL einzulagern gebe es nicht. „Auf der Plattform sollen Anbieter und Suchende zueinander finden“, betont Lange. 

Dieses Vorhaben der STL-Verantwortlichen ist auch nach wie vor aktuell, doch die Resonanz ist gering – und das, obwohl der Tausch- und Verschenkmarkt auch auf den betriebseigenen Fahrzeugen beworben wird. Dass es in Städten wie Essen, Bergisch-Gladbach oder Iserlohn anders aussieht, weiß auch Lange: „Das ist regional sehr verschieden.“ 

Doch aufgeben möchten die Verantwortlichen keineswegs, sondern auch weiterhin für das Angebot werben: „Wir würden uns freuen, wenn der Tausch- und Verschenkmarkt wieder häufiger genutzt würde. Denn auch er trägt ja der Abfallvermeidung Rechnung.“

Sperrmüll: Immer mehr Online-Anmeldungen

Finden sich für ausrangierte Dinge doch keine neuen Besitzer oder handelt es sich um tatsächlichen Sperrmüll wird dieser einmal wöchentlich – nach Anmeldung – von den Mitarbeitern des STL abgeholt und entsorgt. Etwa 25 000 Sperrmüllanmeldungen gibt es durchschnittlich pro Jahr in Lüdenscheid, wobei der Großteil übers Internet vonstatten geht. Waren es im Jahr 2011 noch 765 Online-Aufträge, gingen ein Jahr später bereits 12 662 Aufträge ein. „Mittlerweile kommen 85 Prozent der Aufträge über unsere Homepage und es werden Jahr für Jahr mehr“, freut sich STL-Werkleiter Heino Lange. „Schließlich haben beide Seiten etwas davon.“

So funktioniert’s

 Über die Adresse www.stl-luedenscheid.de gibt es den Button „Tauschen + Verschenken“. Dort kann man sich die Inserate ansehen oder ganz konkret nach etwas suchen. Die Rubriken reichen dabei von Baustoffen und Bekleidung über Handys und Hifi bis hin zu Teppichen und Werkzeugen. Wer ein Inserat aufgeben möchte, füllt das Online-Formular aus (mit Kurzbeschreibung des Artikels) und lädt ein Foto hoch. Persönliche Daten werden zwar abgefragt, aber nicht veröffentlicht. Die Kontaktaufnahme erfolgt dann per E-Mail.

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