Wenn die Tonne zu voll ist: Knöllchen für Müllsünder

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Der rote Zettel für Mülltonnen ist ein Hinweis des STL, dass der Abfallbehälter wegen Überfüllung nicht geleert worden ist.

Lüdenscheid - Unterm Griff des Mülleimers klemmt ein Zettel, der aussieht wie das, was bei Parksündern unterm Scheibenwischer steckt: ein Knöllchen. Doch die Strafe ist in diesem Fall, dass der übervolle Mülleimer nicht geleert wird.

Laut Satzung muss der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb einen Mülleimer nicht leeren, wenn der Deckel sich nicht schließen lässt. „Dann muss der Kunde handeln“, sagt der stellvertretende STL-Leiter Andreas Fritz. 

Das heißt, er muss so viel Müll ausladen, bis sich der Deckel schließen lässt. Der überzählige Müll kommt in einen grünen Kauf-Sack oder er muss am Fuhrpark beim STL kostenpflichtig entsorgt werden. 

Wer 14 Tage bis zur nächsten Leerung warten müsste, kann den Rhythmus mithilfe einer Einzelleerungsmarke abkürzen. Die kostet 21,89 Euro für einen 240-Liter-Eimer. „Das wird durchaus praktiziert,“ weiß Fritz, „wenn’s mal eine Woche voller wird...“ 

Diese Marke sieht aus wie ein Fähnchen, das um den Griff geklebt und bei der Leerung wieder abgerissen wird. Ein knallroter Zettel am Mülleimer-Griff kann auch bedeuten, dass der Eimer so stark beschädigt ist, dass er ausgetauscht werden muss. Nicht immer ist daran der Eigentümer schuld. 

Es könne vorkommen, räumt Fritz ein, dass ein Eimer beim Leeren mit in die Schütte fällt. Dann würde eine entsprechende Info hinterlassen. 

Das rigorose Vorgehen gegen überfüllte Mülleimer passt zum erklärten Ziel, das Stadtbild sauberer werden zu lassen. Hier sprechen die Zahlen für sich: Im letzten halben Jahr seit Arbeitsbeginn der Abfallstreife (Juli bis Dezember) hat das Ordnungsamt 612 Fälle dokumentiert. 

86 Verwarngelder (10 bis 55 Euro) summieren sich auf 3210 Euro. Dazu kommen 38 Bußgeld-Verfahren über insgesamt knapp 4000 Euro. Dass die Müllstreife Wirkung zeigt, sieht man mitunter ebenfalls im Stadtbild. So hat ein Hausbesitzer eine wohl beliebte Sammelstelle für gelbe Säcke vorm Haus abgesperrt und beschildert: „Das kostet Strafgeld!“ 

Wenn der Müll weit vorm Abholtermin an der Straße lagert, lockt das Ratten an und verschandelt das Stadtbild. 

Jetzt, da Schnee den Müll gnädig zudeckt, hat die Streife noch eine weitere Aufgabe: die Einhaltung der Räumpflicht zu kontrollieren. Wer untätig bleibt, dem drohen mindestens 35 Euro Verwarnungsgeld. 

Falls ersatzweise der STL-Winterdienst aus Sicherheitsgründen tätig werden muss, kann das auch ein paar hundert Euro kosten.

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