STL-Winterdienst arbeitet am Limit

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Zum Tanken, Nachladen und für eine kurze Pause kehren die Schneeräumer mit ihren Fahrzeugen auf den STL-Hof zurück – und rücken gleich wieder zum nächsten Einsatz aus.

Lüdenscheid - Die Männer des Winterdienstes des STL (Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb) arbeiten seit dem Wochenende am Limit. Nach einer kurzen Beruhigung der Wetterlage ging es am Morgen wieder los: Schneeräumen und Streuen fast rund um die Uhr für 200 Leute in zwei Bereitschaftsgruppen.

Gegen 13.30 Uhr stellte die MVG ihren Fahrdienst ein. Die Polizei registrierte fünf kleinere Unfälle mit Blechschäden. Auf der Lennestraße blieb ein Streuwagen des STL am frühen Morgen mit Motorschaden liegen. 

Bislang haben die Stadtreiniger in dieser Saison nach Angaben des stellvertretenden Werkleiters Andreas Fritz etwa 800 Tonnen Salz auf Lüdenscheids Straßen und Gehwegen verteilt. Das entspricht dem Fassungsvermögen der Salzhalle am Fuhrpark. 

Der Winter kommt mit Macht zurück: Buslinien eingestellt - hier hat es gekracht

Um Nachschubprobleme wie im Winter 2010/11 zu vermeiden, lagern weitere 3000 Tonnen, die bereits gekauft sind, an zwei externen Standorten und werden auf Abruf angeliefert. 

Die fünf Einsatzleiter des STL sind seit dem Wintereinbruch bereits ab 2 Uhr morgens unterwegs, überprüfen Höhenlagen oder Krankenhauszufahrten und entscheiden anhand der Wetterprognosen, wo und wie die Räumtrupps tätig werden müssen. Spätestens um 3 Uhr starten die Fahrer der „Pökelflotte“ die Motoren und kämpfen sich durch die verschneite Stadt. 

100 Männer pro Schicht im Einsatz

Mittags löst die nächste Schicht sie ab und ist bis mindestens 21 Uhr unterwegs – nur unterbrochen durch Ladetätigkeiten und gesetzlich vorgeschriebene Pausen, wie Andreas Fritz sagt. 

Eine Schicht mit 100 Männern teilt sich in drei Gruppen auf: Die Fahrer der großen Räum- und Streuwagen arbeiten die Hauptein- und ausfallstraßen sowie viel befahrene Strecken nach einer Prioritätenliste ab; zeitgleich sind Kollegen mit Treckern auf Gehwegen, Stichstraßen und Plätzen unterwegs; außerdem schaufeln sogenannte Handreinigungstrupps Treppenanlagen oder Buswartehäuschen frei. „Eine wirklich sehr anstrengende Arbeit“, sagt Fritz. 

Trotzdem gehen beim STL, wie immer im Winter, zahlreiche Beschwerdeanrufe und E-Mails unzufriedener Bürger ein, „zum Teil berechtigt, zum Teil nicht“. 

„Wenn der STL mal früher anfangen würde“

Auch einzelne Äußerungen im Internet stoßen bei den Stadtreinigern auf Unverständnis – etwa, wenn ein Autofahrer, der gerade in einem Stau auf der Rahmedestraße steht, anzweifelt, ob es in Lüdenscheid überhaupt einen Winterdienst gibt. Oder ein anderer die Probleme gelöst sieht, „wenn der STL mal früher anfangen würde“, oder noch ein anderer glaubt, Schnee auf den Straßen sei die Folge von „Sparmaßnahmen“. 

Zu solchen Äußerungen sagt der stellvertretende Werkleiter: „Jeder sollte sich mal in die Rolle des Räumdienstes versetzen!“ Lob für die Arbeit des Winterdienstes kommt hingegen von der Kreispolizeibehörde. Und auch über die vergleichsweise besonnene Fahrweise der Verkehrsteilnehmer in Lüdenscheid äußert sich Pressesprecher Dietmar Boronowski positiv. 

Bei den fünf witterungsbedingten Unfällen im Stadtgebiet gab es bis zum späten Nachmittag keine Verletzten.

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