Pläne des Lüdenscheider Stadtmarketings

"Rock am Hang"? - Festival für 8000 Musik-Fans am Nattenberg geplant

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So sah es im Sommer beim Musikfestival in Haldern aus - und 2019 in Lüdenscheid?

Lüdenscheid - Die Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH denkt über die Veranstaltung eines mehrtägigen Musikfestivals am Nattenberg nach - und will dafür mit dem Verein Willi & Söhne kooperieren. Es gibt auch skeptische Stimmen.

Ein mehrtägiges sommerliches Musikfestival im und rund ums Nattenberg-Stadion, mehrere Bühnen, Verkaufsstände, tausende von Gästen, vielleicht eine kleine Zeltstadt für auswärtige Besucher – es ist bislang nicht viel mehr als eine grobe Idee in den Köpfen der Veranstalter vom Lüdenscheider Stadtmarketing (LSM). 

Geschäftsführer André Westermann hat jetzt damit begonnen, in der Politik für ein neues Veranstaltungsformat in der Kreisstadt zu werben. Doch es melden sich auch schon Kritiker. 

Es gibt noch kein Datum, keine konkreten Details, geschweige denn ein fertiges Konzept für die Finanzierung. Doch nach Informationen unserer Redaktion hat Westermann die ersten Gedanken für ein Groß-Event im Jahr nach dem Stadtjubiläum kürzlich in der CDU-Ratsfraktion vorgestellt – und ist damit offenbar weitgehend auf Sympathie gestoßen.

Festival mit 6000 bis 8000 Besuchern

Fraktionschef Oliver Fröhling bestätigt, dass eine „namhafte Summe“ für das Spektakel vorfinanziert werden müsse. Nach Vorstellungen der LSM müssten die Verantwortlichen Sponsorengelder akquirieren und die Stadt einen Zuschuss bewilligen. Fröhling: „Das muss dann auch in den Haushalt für 2019 eingebracht werden.“ 

André Westermann erklärt, die LSM GmbH werde sich in „kleinteiligen Formaten nicht mehr im gewohnten Umfang engagieren“. Das machten „Andere inzwischen sehr gut“, und als LSM müsse man sich „nicht in einen privaten Wettbewerb begeben“. 

Die Dimensionen eines so großen Festivals mit 6000 bis 8000 Besuchern allein zu stemmen, „das schaffen wir nicht“, so Westermann weiter. Deshalb könne er sich „im Idealfall“ eine Kooperation mit einem Verein vorstellen. Da kommt „Onkel Willi & Söhne“ ins Spiel. Erste Gespräche mit Willi-Vertretern hat es offenbar schon gegeben. Westermann ist überzeugt: „Die können Massen bewegen.“

Erste Gespräche mit „Onkel Willi & Söhne“

Das zeigten zurückliegende erfolgreiche Veranstaltungen, etwa auf dem Bahnhofsgelände oder beim Stadtfest. Der Fokus des Musikfestivals soll dabei weniger auf populäre – und allzu teure – Bands liegen, sondern eher „auf das besondere Flair“, wie der LSM-Geschäftsführer sagt. 

Ohnehin ist der wirtschaftliche Aufwand groß genug. Im Raum steht nach ersten Schätzungen eine sechsstellige Summe. Westermann: „Ich brauche finanzielle Rückendeckung und möchte, dass Politik und Verwaltung hinter dem Projekt stehen.“

Die Gastwirte aus der Innenstadt verfolgen die Pläne mit Skepsis. „Anstatt im Stadtzentrum an fünf, sechs oder sieben Stellen Bühnen zu platzieren und die Gastronomie und den Einzelhandel mitzunehmen, werden die Macher mit einem solchen Festival die Gästefrequenz aus der Innenstadt herausziehen und die Umsätze für ein komplettes Wochenende verringern“, heißt es in einer Stellungnahme aus dem Vorstand des Gastro-Vereins, der sich für die Unterstützung der Wirte stark macht. 

Prinzipiell halte man alles für „lohnenswert“, was die Stadt als attraktiver Veranstaltungsort nach vorne bringt, so der Verein. „Aber wenn öffentliche Gelder im Spiel sind, müssen alle Interessen berücksichtigt werden“, erklären die Wirte-Sprecher.

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