In dieser Bücherei müssen Rollstuhlfahrer zum Behinderten-WC bis in den Keller fahren

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Ein barrierearmer Aufzug steht auf der Wunschliste. Der alte Lift ist in die Jahre gekommen.

Lüdenscheid – Ein barrierearmer Aufzug mit Sprachansage und erreichbaren Bedienelementen, eine behindertengerechte Toilettenanlage auf Höhe des Saales, taktile Leitsysteme auf Stufen, an Handläufen und auf dem Fußboden – viele Wünsche können in der Stadtbücherei in absehbarer Zeit in Erfüllung gehen. Der Grund: Die Bezirksregierung Arnsberg hat einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 795 000 Euro bewilligt für die Verbesserung der Barrierearmut sowie die energetische Sanierung der Stadtbücherei am Graf-Engelbert-Platz.

Der derzeitige Zustand ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität kein Quell der Freude. Der Aufzug ist in die Jahre gekommen und alles andere als behindertengerecht. Und auch die Toilettenanlage ist für Gehbehinderte nur schwierig zu erreichen. Sie befindet sich im Keller der Stadtbücherei und nicht etwa im zweiten Stock auf Höhe des Saales, dort, wo die Veranstaltungen stattfinden.

Bereits im Rahmen des Handlungskonzeptes für die Altstadt sei abgefragt worden, welche Maßnahmen in der Stadtbücherei auf der Wunschliste stehen, erläuterte Stadtpressesprecherin Marit Schulte auf Anfrage. Aber man könne halt nicht alles auf einmal umsetzen. Jetzt seien die notwendigen Mittel da, um die Maßnahmen in Angriff zu nehmen: „Der Aufzug ist nicht barrierearm nach den einschlägigen Din-Normen.

Den kann man voraussichtlich nicht mehr aufrüsten, sondern muss ihn austauschen und zum Beispiel mit Sprachansagen versehen.“ Zusätzlich zu der Aufrüstung in Sachen Barrierearmut kommt eine Überprüfung und gegebenenfalls Instandsetzung der Lüftungsanlage. Büchereileiterin Dagmar Plümer hört's mit Freuden.

Auf Höhe des Saales befindet sich eine Art Abstellraum, hier könne das behindertengerechte WC gebaut werden, sagt sie. Bis es so weit ist, müssen die Gehbehinderten noch im Fall eines Falles mühsam bis ins Kellergeschoss fahren. Die Zentrale Gebäudewirtschaft nimmt sich nun der Planung und anschließenden Ausschreibung der Arbeiten an. Zur Barrierearmut zählt unter anderem auch eine Lösung für die Stufen in der Kinderbücherei, die noch gefunden werden muss. Auch die Beleuchtung ist nicht mehr zeitgemäß. Schulte: „Da sind noch Leuchtmittel aus den 80er-Jahren drin. Die sollen großteils gegen LEDs ausgetauscht werden. Insofern klingt die Summe im Zuwendungsbescheid hoch – aber das Geld ist auch schnell weg."

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