Fragenkatalog an Ministerien

Lüdenscheider SPD-Ratsfrau: „E-Autos sind nur eine Krücke“

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Sandra Manß. 

Lüdenscheid – Sandra Manß, SPD-Ratsfrau und Inhaberin eines Schrottplatzes in Lüdenscheid, will es genau wissen. Sie hat einen Fragekatalog zu Klimaschutzprojekten der Bundesregierung an verschiedene Behörden und Ministerien in Düsseldorf und Berlin geschrieben.

Ihr Verdacht: Bei Klimaschutzprojekten werden die Herstellungs-Emissionen nicht berücksichtigt. Jetzt wartet sie auf Antworten. „Im Klimaschutz muss meiner Meinung nach schnell gehandelt werden, aber gut durchdacht“, schreibt Manß. Viele Entscheidungen und vor allem auch Förderungen erscheinen ihr „deutlich zu kurz gedacht“. 

Es fühle sich an, „als ob viele Entscheidungen nur populistisch sind, und nicht klimaschonend.“ Anhand der Abwrackprämie von 2009 sieht sie ihren Verdacht bestätigt. Damals sei standardmäßig ein Polo 9N1 verschrottet worden und ein Polo 6R angeschafft worden. Um nach Herstellerangaben die Herstellungsemissionen wieder einzufahren, muss der neue Polo 9,5 Jahre gefahren werden. „Bei den Herstellungsemissionen sind nicht die Wege der Ersatzteile hinterlegt und natürlich nicht der Abbau der Rohstoffe, dabei denke ich explizit an die vielen Steuergeräte, die mit Seltenen Erden hergestellt werden.“ Der Abbau dieser Rohstoffe ist teilweise mit erheblichen Umweltschäden verbunden. 

E-Mobil in Lüdenscheid. 

Die SPD-Ratsfrau hat auch eine deutliche Meinung zu E-Autos, die laut Sandra Manß „keine Klimaschützer sind. E-Autos sind nur eine Krücke, die Entwicklung wird weiter gehen und es wird deutlich bessere Lösungen geben.“ Bei der Herstellung der Batterien und der Steuergeräte fielen sehr viele klimaschädliche Abgase an. Zudem würden Metalle aus der Gruppe der „Seltenen Erden“ verwendet. 

Außerdem, behauptet die Auto-Expertin, gebe es keine Rückbau-Quoten oder Entsorgungswege für diese Fahrzeuge. „Wenn ein E-Auto mit Kohle-Strom betankt wird, stößt so ein Fahrzeug genauso viele Schadstoffe aus wie ein 20 Jahre alter Audi A8 Diesel.“ 

Eine ähnliche Beobachtung macht Sandra Manß auch beim Umrüsten von Leuchtmitteln und Heizungen in städtischen Liegenschaften. Denn: Mit Fördermitteln soll ein Energieeinspar-Contracting für städtische Gebäude umgesetzt werden. Den entsprechenden Beschluss hatte die Politik getroffen. 

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„Natürlich sollen problematische Heizungen oder problematische Beleuchtungsanlagen sofort gegen energiesparende Systeme ausgetauscht werden. Natürlich soll bei einer größeren Sanierung von Gebäuden auch veraltete Strukturen überprüft werden und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Aber ich glaube, dass zum Beispiel problemlos laufende Heizungen mit einem Alter von vielleicht 15 Jahren erst getauscht werden sollten, wenn Defekte anstehen.“ Manß abschließend: „Ich sehe da eine unglaubliche Ressourcenverschwendung und eine Belastung für das Klima.“

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