Entscheidung über Überschuss-Verwendung verschoben

Corona-Krise im MK: Sparkasse ist lieber vorsichtig

Wegen der Corona-Krise: Sparkasse ist lieber vorsichtig
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Wegen der Corona-Krise: Sparkasse ist lieber vorsichtig (Symbolbild)

Die Auswirkungen der Corona-Krise sind überall spürbar, auch im Finanzsektor im Märkischen Kreis.

Lüdenscheid – Von einer „Rezession ungeahnten Ausmaßes“, vor der die Wirtschaft stehe, sprach daher auch Sparkassen-Vorstand Markus Hacke bei der Verbandsversammlung des Sparkassenzweckverbandes der Städte Lüdenscheid und Halver sowie der Gemeinden Herscheid und Schalksmühle.

Diese fand – unter Berücksichtigung der Hygieneschutzmaßnahmen – in der Cafeteria der Sparkasse statt. Das bedeutete, dass die Teilnehmer zunächst mit entsprechendem Abstand vor dem Gebäude warten, mit Schutzmaske einzeln eintreten und sich in eine Liste eintragen mussten. In der Cafeteria selbst waren einzelne Tische mit ausreichendem Abstand aufgestellt, die namentlich zugeteilt waren.

Als erstes fragte Lüdenscheids Bürgermeister Dieter Dzewas, ob die Mund- und Nasenschutzmasken während der Sitzung abgenommen werden konnten. Das war keine Abstimmung – denn wenn nur eine Person es für notwendig erachtet hätte, wären die Masken aufgeblieben. Erst danach traten die Teilnehmer in die eigentliche Tagesordnung ein, in deren Mittelpunkt der Jahresabschluss 2019 und der Lagebericht, vorgetragen von den Sparkassenvorständen Thorsten Haering und Markus Hacke, standen.

Coronavirus in MK: Krise wirkt sich auf Wirtschaft aus

Berichte, die gegensätzlicher nicht hätten sein können, denn während die Erwartungen für das vergangene Geschäftsjahr zum Teil deutlich übertroffen worden und die Sparkasse vor dem Hintergrund des intensiven Wettbewerbs und der anhaltenden Niedrigzinsphase mit der Entwicklung der Ertragslage „zufrieden“ war, wie Hacke betonte, wurden alle Prognosen für das laufende Jahr durch die Corona-Pandemie auf den Kopf gestellt.

Zu Beginn des Jahres habe die Sparkasse die Perspektiven für das Geschäftsjahr 2020 noch als „günstig“ mit erwartetem Wachstum unter anderem für das Kundenkreditgeschäft, Kundengeldanlagen und das Dienstleistungsgeschäft. beurteilt. Inzwischen ist klar, dass sich die Pandemie deutlich auf die Prognose für das Jahr 2020 auswirken wird. Die konkreten Folgen sind noch längst nicht absehbar: „Vieles wird davon abhängen, wie lang und stark die Einschränkungen im weltweiten Wirtschaftsverkehr anhalten und wie gut die Unterstützungsmaßnahmen aus Fiskal- und Finanzpolitik wirken werden“, sagte Hacke.

Versammlung der Sparkasse: Abstand zueinander zu halten war das Gebot der Stunde.

Die Versammlung votierte daher einstimmig für einem von Oliver Fröhling vorgetragenen Vorschlag des Verwaltungsvorstandes, den Beschluss über die Verwendung des Jahresüberschusses aus dem vergangenen Jahr bis zum Herbst zu vertagen. Damit folgt der heimische Zweckverband den Empfehlungen der Bankenaufsicht und des Sparkassenzweckverbandes Westfalen-Lippe.

Coronavirus im MK: Perspektiven für 2020 lassen sich schwer formulieren

Ganz anders gestaltete sich noch das vergangene Jahr, in dem die Sparkasse Lüdenscheid ihr 175. Jubiläum feierte. Neben der „zufriedenstellenden“ Geschäftsentwicklung standen daher laut Hacke eine ganze Reihe von „sehr zufriedenstellenden“ Jubiläumsveranstaltungen, zu denen die Sparkasse in Lüdenscheid, Halver, Schalksmühle und Herscheid eingeladen hatte.

Hacke erläuterte, das mit einen Betriebsergebnis nach Bewertung von 0,72 Prozent der Durchschnittsbilanzsumme ein „deutlich besseres Ergebnis als im Vorjahr erreicht“ wurde. Bei der Eigenkapitalrentabilität vor Steuern habe die Sparkasse mit 6,12 Prozent nicht nur das Vorjahresergebnis von 4,15 Prozent übertroffen, sondern auch deutlich den für das Geschäftsjahr prognostizierten Wert von 2,5 Prozent.

Das Geschäftsvolumen der Sparkasse hat sich 2019 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 140 Millionen Euro auf rund 2,173 Milliarden Euro erhöht. Als Geldanlagen bei den Kunden immer beliebter werden sogenannte liquide Anlageformen, die gegebenenfalls kurzfristig verfügbar sind. Insgesamt erhöhten sich die Kundeneinlagen um fast 100 Millionen Euro auf fast 1,702 Milliarden Euro. Erwartet worden war eine Steigerung von lediglich 43 Millionen Euro.

Außerdem wurde 2019 eine höhere Summe an Darlehen ausgezahlt. Privatpersonen erhielten 78,7 Millionen Euro (3,3 Prozent mehr), Unternehmen und Selbstständige 89,1 Millionen Euro (18,8 Prozent mehr). Fast die Hälfte der Darlehen (44,3 Prozent) wurden für den Wohnungsbau verwendet. Das Volumen für zugesagte Darlehen hat sich im vergangenen Jahr allerdings reduziert – um 7,2 Prozent auf 166,2 Millionen Euro. Allein für den Erwerb von Wohneigentum seien 10 Millionen Euro (14 Prozent) weniger an Darlehen zugesagt worden als 2018. Dies liege vor allem an einem „deutlich verminderten“ Angebot an Gebrauchtimmobilien sowie einem „zunehmenden Wettbewerbsdruck“.

Perspektiven für 2020 lassen sich jetzt, noch mitten in der Krise, schwer formulieren. Die vergangenen Wochen seien davon geprägt gewesen, den Kunden bei der Bewältigung der Krise zu helfen. Unter anderem hätten 1360 Sparkassenkunden Mittel aus dem Corona-Soforthilfepaket des Bundes und der Länder in Höhe von rund 14,1 Millionen Euro erhalten. Außerdem wurden Kreditraten mit einem Volumen von 1,7 Millionen Euro ausgesetzt.

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