Lüdenscheider Schüler im Opernhaus vor imposanter Kulisse

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Ausdrucksstarke Bilder in schlichten Farben setzten Akzente im Opernhaus. - Fotos: Krumm

Dortmund -  Und der Phönix hob ab und flog: Vor der imposanten Kulisse von rund 1000 Besuchern im Opernhaus Dortmund tanzten rund 50 Schülerinnen und Schüler aus Lüdenscheid und Halver zu Musik des englischen Komponisten John Rutter.

Von Thomas Krumm

Sänger des Mittelstufenchors des Bert-Brecht-Gymnasiums in Dortmund Kirchlinde und die Kreiskantorei Dortmund sangen Rutters 2002/2003 entstandene „Mass of the Children“, Musiker der Dortmunder Philharmoniker begleiteten, Sopranistin Meike Albers und Bariton Christian Henneberg sangen die Solo-Stücke.

Sopranistin Meike Albers und Bariton Christian Henneberg

Ballettdirektor Xin Peng Wang hatte vor einigen Monaten in Lüdenscheid höchstpersönlich dem Casting beigewohnt, bei dem etwa 50 Schüler der Adolf-Reichwein Gesamtschule und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Lüdenscheid sowie des Anne-Frank-Gymnasium in Halver für den Auftritt im Opernhaus Dortmund ausgewählt wurden. Ballettlehrerin Manuela Klüttermann entwickelte in Zusammenarbeit mit den Schülern eine zu dieser sakralen und zugleich sehr eingängigen und bewegenden Musik eine stimmige Choreographie mit schlichten Gesten und einem Wechsel von sehr bewegten und sehr ruhigen, ausdrucksstarken Bildern. Schlicht in Weiß und Grau gewandet setzten die jungen Tänzer sehr stimmig eine Musik um, die sich einerseits nach der Ordnung und dem Text der lateinischen „Missa Brevis“ richtet.

Vor allem ein Auftritt in wie mönchische Kutten anmutenden Kapuzenshirts trug diesem sakralen Aspekt der Musik Rechnung. Eine abgedunkelte Bühne und Kerzen unterstützten den Eindruck. John Rutter ergänzte seine den Kindern gewidmete Messe um Morgen- und Abendloblieder des Bischofs Thomas Kens, die den Rahmen eines Tages vom Erwachen bis zum Einschlafen thematisieren. Weitere Texte widmen sich Ereignissen eines Tages und besonderen Wendepunkten des Lebens – ein geeigneter Rahmen, um tänzerisch auch das Alltägliche darstellen zu können.

Beeindruckend war dabei vor allem, wie stimmig letztlich Chorgesang, Orchester und der Tanz zueinander fanden. Zurecht zeigte sich das Ballett Dortmund stolz über ein Projekt, das 150 Akteure dreier Generationen, von zwölf bis 62 Jahren, auf die Bühne brachte.

Ergänzt wurde der Auftritt des Phönix-Ensembles durch Schülerinnen der Anne-Frank-Gesamtschule in Dortmund, die das bereits im Opernhaus gezeigte Stück „Mittendrin“ tanzten. Auch hier ging es um Geschichten aus dem Leben: um die Angst zu versagen, um die Angst zu spät in die Schule zu kommen, um die Angst vor der nächsten Klassenarbeit. Doch die Schülerinnen gestalteten tänzerisch auch die Phantasie und die Neugier auf die Zukunft.

Anders als beim Projekt „The Last Future“, das ein regionales Telekommunikationsunternehmen 2009 mit den nötigen finanziellen Mitteln ausgestattet hatte, standen zunächst keine Sponsorengelder für das Projekt „Phönix“ zur Verfügung. Das änderte sich durch das Engagement der Fördervereine der beteiligten Schulen. Dazu kam eine Spende von dem Lüdenscheider Service-Club Soroptimist International.´

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