41-Jähriger zu Geldstrafe verurteilt

Lüdenscheider schickt Pornofilme an 16-Jährige

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Für seine Tat wurde der 41-Jährige zu einer Geldstrafe verurteilt.

Lüdenscheid - Die Weitergabe pornographischer Schriften an Minderjährige ist ein Straftatbestand. So fand sich ein 41-jähriger Lüdenscheider auf der Anklagebank des Amtsgerichts wieder, weil er ein Filmchen, das den Oralverkehr zwischen einem älteren Mann und einer jungen Frau zeigte, an die Tochter seiner Lebensgefährtin geschickt hatte.

Die 16-Jährige war sehr irritiert über den Film auf ihrem Smartphone und berichtete im Gerichtssaal, dass dieses Ereignis nicht das einzige seiner Art an jenem Tag gewesen sei. 

Auch die Bemerkung des Angeklagten, er habe gedacht, sie sei „schon soweit“, ließ sie nicht an ein Versehen glauben. Denn das trug der Angeklagte vor, der offenbar recht lax mit der Weitergabe solchen Datenmaterials umgeht. 

Angeklagter: „Ich habe ihr das auf keinen Fall absichtlich geschickt.“ 

Sein Mandant habe das Video an eine größere Gruppe und nicht speziell an die 16-Jährige geschickt, trug Rechtsanwalt Dominik Petereit vor. Der Angeklagte bekräftigte diese Behauptung: „Ich habe ihr das auf keinen Fall absichtlich geschickt.“ 

Durch die zwischenzeitliche Nutzung des Handys durch die Mutter der jungen Frau sei deren Adresse aus Versehen in die Riege der Empfänger des Pornofilms gerutscht. „Sorry, sehe ich jetzt erst, war keine Absicht“ und „Dass du dabei bist, war so nicht gedacht“, hatte er ihr kurz darauf geschrieben. 

Es gab Hinweise, dass die Geschichte auch innerhalb der Familien einige Aufmerksamkeit erfahren hatte: „Es gab Ärger mit ihrem Vater“, gab der Angeklagte zu. „Die Emotionen sind außerhalb dieses Gerichtssaals etwas hochgekocht“, bestätigte der Verteidiger. 

Staatsanwaltschaft glaubt nicht an Versehen

Die junge Frau hatte auf ihre Weise auf die Schmuddel-Zusendung reagiert: Sie ging zur Polizei. Die Staatsanwältin war angesichts des Hinweises der Zeugin auf ähnliche Zusendungen nicht geneigt, dem Angeklagten zu glauben, dass das Ganze ein Versehen gewesen war. 

Sie beantragte eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 15 Euro. Richter Thomas Kabus blieb mit 80 Tagessätzen knapp unter ihrem Antrag. Auch er ging davon aus, dass der Angeklagte den Schmuddel-Film „mit Vorsatz“ an die 16-Jährige geschickt hatte.

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