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Lüdenscheider scheitert in Badelatschen - Millionen schauen zu

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Von: Leon Malte Cilsik

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In Adiletten wollte Sean Krummel - auf Tiktok bekannt unter #querindenwesten - bis ans holländische Meer laufen. Sein Versuch scheiterte bereits in Wuppertal. Nun nimmt er einen neuen Anlauf.

Lüdenscheid – 7,4 Millionen Aufrufe: Der Heedfelder Tiktok-Nutzer „querindenwesten“ sorgte Anfang Juli mit seinem Versuch, in Adiletten von Lüdenscheid bis ans holländische Meer zu wandern, für großes mediales Aufsehen. Der Versuch scheiterte bereits in Wuppertal bei der Suche nach einer geeigneten Schlafmöglichkeit.

Am Mittwoch startete der unter bürgerlichem Namen als Sean Krummel bekannte 18-Jährige ein neues Projekt: Gemeinsam mit Daniel Danger vom Radiosender 1live geht er wieder auf Tour. Dieses mal rund 100 Kilometer von Köln zum Parookaville-Festival in Weeze – und wieder in Adiletten.

Der Hintergrund: Relativ unvorbereitet, lediglich mit Wechselkleidung und einem Schlafsack im Gepäck, brach Krummel in Badelatschen von Lüdenscheid auf ans rund 360 Kilometer entfernte holländische Meer. Kurz zuvor hatte er sein Medienmarketing-Studium abgebrochen und dachte sich: „Ich laufe einfach mal quer in den Westen.“ Sein Vorhaben dokumentierte er in Form kurzer Videos auf der Online-Plattform Tiktok. Mehrere Millionen Menschen verfolgten seine Tour, kommentierten und unterstützten ihn.

Erstes Etappenziel war das 35 Kilometer entfernte Wuppertal. Nach 15 Kilometern begannen die Füße des 18-Jährigen zu schmerzen, im Wald wurde er von einem Insekt gestochen. In Schwelm, nach etwa 24 Kilometern, war er dennoch nach wie vor euphorisch: „Es ist sehr empfehlenswert, einfach mal zu wandern“, sagt der junge Mann in einem seiner Videos, „den Kopf freikriegen“.

Bundesweite Aufmerksamkeit

In Wuppertal traf Krummel dann die harte Realität. Er zeigte sich sehr bewegt und gab zu, dass er seine Tour abbrechen musste. Nach der ersten Etappe war Schluss. Er habe keinen Schlafplatz für die Nacht gefunden: Für das geplante Hostel kam er zu spät an, die Hotels waren zu teuer und einen angebotenen Schlafplatz von einem anderen Tiktok-Nutzer lehnte er ab. Außerdem klagte er über einen Sonnenbrand und Schulterschmerzen von seiner Tasche.

Krummels Scheitern sorgte für viel Häme im Netz, es gab aber auch aufmunternde Kommentare. Unter anderem berichtete die Rheinische Post und die Bild am Sonntag über den Wanderer in Schlappen, das Social-Media-Team vom FSV Mainz 05 kommentierte seinen Abbruch mit: „Größte Enttäuschung seit dem Nichtaufstieg 2003!“

Nun geht es zum Parookaville

Krummel nahm die Resonanz mit Humor und stellte einen zweiten Anlauf noch in diesem Sommer in Aussicht. Als Vorbereitung dienen könnte die etwas kürzere Strecke, die der 18-Jährige nun mit Daniel Danger läuft, welcher für 1live darüber berichtet. Am Mittwochmorgen starteten die beiden in Köln, das erste Etappenziel war das 60 Kilometer entfernte Viersen.

Dieses mal möchte der Heedfelder besser vorbereitet sein und zeigte auf Tiktok seinen diesmal sorgfältiger ausgewählten Rucksackinhalt. Neben den obligatorischen Adiletten kamen ein Paar „normale“ Ersatzschuhe, verschiedene Hygieneartikel, Toilettenpapier, eine Powerbank, Kopfhörer, mehrere Hoodies, Jacken, T-Shirts und Hosen sowie „unendlich viele Socken“ mit auf die Reise. Denn letztere würden wohl alle „komplett durchgelatscht“. Auch eine „schnelle Brille für fünf km/h mehr“ dürfe nicht fehlen, sagte Krummel scherzhaft.

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