Mit Christoph Waltz, Tom Cruise und Brad Pitt vor der Kamera

Adam Ganne: „Ich lebe meinen Traum“

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Adam Ganne ist in all den Jahren Liesel Brandts stets verbunden geblieben.

Lüdenscheid - Seine Liebe zum Theater entdeckte Schauspieler Adam Ganne in Lüdenscheid, in der Theater-AG am Staberg. Inzwischen stand Adam Ganne gemeinsam mit Christoph Waltz, Tom Cruise und Brad Pitt vor der Kamera. Dennoch ist der ehemalige Zepp-Schüler im Februar noch einmal auf der Kulturhaus-Bühne zu sehen.

„Ich lebe meinen Traum“, sagt Adam Ganne. Seit seinem Umzug nach England hat der Lüdenscheider – Absolvent der berühmten Londoner Academy of Music and Dramatic Art (LAMDA) – seine Schauspielkarriere langsam, aber kontinuierlich ausgebaut. „Ich habe in letzter Zeit viele Filme gemacht“, erzählt der frühere Zepp-Schüler, der in der einstigen Theater-AG von Liesel Brandts seine Liebe zum Theater entdeckte.

In „Fury“ (Herz aus Stahl), einem amerikanisch-britischen Kriegsfilm von David Ayer, stand er gemeinsam mit Brad Pitt vor der Kamera. In der Neuauflage der Tarzan-Geschichte, die im Sommer nächsten Jahres in die Kinos kommt, gehört er zum Kreis der Bösewichte, die Oberschurke Christoph Waltz – bekanntlich zweifacher Oscar-Preisträger – um sich geschart hat. „Mein erster Actionfilm“, lacht er. „Indiana-Jones-Charakter. Gewehr, Hut und Lumpen – goldgräbermäßig.“ Drehort waren die Warner Bros. Studios, wo auch Harry Potter einen Teil seiner Abenteuer erlebte. Regie führte Harry Potter-Regisseur David Yates. Auch im neuesten Tom Cruise-Abenteuer „Mission Impossible – Rogue Nation“ und als sterbender deutscher Soldat in „Testament of Youth“ war er zu sehen war.

Seine Bodenhaftung hat der Bergstädter, der in den englischsprachigen Filmen gern als Deutscher gecastet wird, trotz dieser Erfolge nicht verloren. Wenn Liesel Brandts, mit der er über die Jahre hinweg freundschaftlich verbunden blieb, seine Mithilfe erbittet, ist er vor Ort. Fünfzehn Jahre, nachdem er zuletzt unter ihrer Regie auf der Bühne stand – damals als Mitglied der Theater-AG des Zeppelin Gymnasiums – schlüpft er daher am 4. Februar im Kulturhaus noch einmal in einem besonderen Stück in eine fremde Identität. 

Um die bewegende Geschichte des polnischen Arztes Janusz Korczak zu erzählen, der im August 1942 mit mehr als 200 Waisenhauskindern nach Treblinka deportiert und ermordet wurde, hat Liesel Brandts nach vierjähriger Regiepause einige ihrer Ehemaligen – unter ihnen Adam Ganne – um sich geschart und mit den Proben begonnen. Ihr Anliegen ist es, Erwin Sylvanus Werk „Korczak und die Kinder“ aus dem Jahr 1957 – einst ein internationaler Erfolg – dem Vergessen zu entreißen und die Stimme gegen Tendenzen, die ihr und ihren Akteuren zunehmend Sorge bereiten, zu erheben. „Wir wollen erinnern an das, was war, um abzuschrecken vor dem, was wieder so sein könnte.“ Gemeint sind Fremdenhass, Rassismus und Ausgrenzung.

Ein Bezug zum Heute und Jetzt – Flüchtlingen und Terrorangst - ist den Lüdenscheidern wichtig. Geprobt wird im Haus der Vereine. Neben Adam Ganne, der für die Proben eigens aus London einreist, sind Christian Westphal, Christoph Polte, Annika Zimmer und Monika Gies (Regieassistenz) mit von der Partie. Die epische Form des Spiels ist für das gesamte Ensemble eine Herausforderung. Angebote zu seiner persönlichen Rettung lehnte Korczak ab, weil er die Kinder nicht im Stich lassen wollte. 

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