Wasservogel ist ausgeflogen

Die Sandstein-Skulptur „Wasservogel“ von Karl Josef Hoffmann stand viele Jahre in den Grünanlagen am Bahnhof. -  Foto: Stadtarchiv Lüdenscheid, Bildsammlung

Lüdenscheid - Anlässlich des Westfalentages im Jahr 1961, so erinnert sich der heimische Kunstkenner Helmut Pahl, fand in der Bergstadt eine vielbeachtete Ausstellung mit dem Titel „Plastik im Freien“ statt.

30 Bildhauerarbeiten wurden seinerzeit in den Grünanlagen am Bahnhof, im Stadtgarten und am Sauerfeld aufgestellt, vier Werke angekauft und öffentlich aufgestellt: Die Frigga von Bernhard Kleinhans, der „Knabe mit der Vogeltränke“, der heute am Kulturhaus steht, der Flötenspieler von Hilde Schürk-Frisch, heute am Eingang zum Klinikum, und der Wasservogel von Karl Josef Hoffmann, ein Kunstwerk aus Sandstein, rund 80 Zentimeter hoch. Mehr als vier Jahrzehnte, so Pahl weiter, habe der Wasservogel auf einer Grünfläche am Bahnhof gestanden. Dann sei er im Rahmen der Bahnhofsumgestaltung abgebaut worden.

Wann und wohin das Kunstwerk verschwunden ist, lässt sich, so ergaben die Recherchen der Verwaltung auf Nachfrage, nicht mehr nachvollziehen. Die aus Rüthener Sandstein geschaffene Skulptur sei von der Stadt Lüdenscheid im Jahr 1961 zum Preis von 2 500 D-Mark erworben. Sie war in der von der damaligen „Kunstgemeinde Lüdenscheid“ organisierten Ausstellung „Plastik im Freien“ in der Tat mit 29 weiteren Plastiken als Bestandteil des „Westfalentages“ vom 17 September bis zum 15. Oktober 1961 ausgestellt. Die Figur wurde anschließend im Mai 1962 am Bundesbahnhof dauerhaft aufgestellt.

Die Umstände ihres Verschwindens allerdings sind der Stadtverwaltung nicht bekannt und lassen sich nicht weiter aufklären. Immerhin belegen, so heißt es seitens der Verwaltung, die bei der Umgestaltung des Areals und vor der Maßnahme der Gleisverlegung am Bahnhof im Jahr 2008 aufgenommenen Fotografien, dass der Wasservogel bereits zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vorhanden war. Es könne daher ausgeschlossen werden, dass die Skulptur im Zusammenhang mit den Bauarbeiten am Bahnhof verschwunden ist.

Nachforschungen, die die Verwaltung bei den beteiligten Dienststellen und Bauunternehmen, anstellte, blieben ebenfalls ergebnislos. Der Verlust des Wasservogels sei ärgerlich und unerfreulich. Er würde in der Stadtverwaltung als Tiefschlag gegen die Bemühungen um die Kunst im öffentlichen Raum empfunden.

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