Lüdenscheider sammeln Unterschriften gegen Grundsteuer-Erhöhung

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Ingrid Schröder und Ilias Bouziouris sammelten mehr als 300 Unterschriften gegen die Erhöhung der Grundsteuer.

Lüdenscheid - Die für die Haushaltsplanberatungen des Stadtrates vorgeschlagene Erhöhung der Grundsteuer B erregt die Gemüter in der Stadt. Zwei Lüdenscheider wollten sich nicht damit begnügen, selbst Einwände dagegen zu erheben. Ingrid Schröder und Ilias Bouziouris haben einen entsprechenden Brief bei der Stadt eingereicht – aber ihrer enthält nach eigenen Angaben mehr als 300 Unterschriften.

Diese haben sie bei Eigenheimbesitzern und Mietern in Lüdenscheider Nachbarschaften gesammelt. „Jede Unterschrift steht dabei für einen Haushalt, das heißt in der Regel für mehrere Personen“, betont Ilias Bouziouris. Durch den Aufruf von Dirk Löber, Einwände gegen die Grundsteuer-Erhöhung zu erheben, hätten sie sich motiviert gefühlt, diesen Schritt zu gehen, erzählt Ingrid Schröder und bedankt sich ausdrücklich bei dem Lüdenscheider Rechtsanwalt, mit dem sie auch gesprochen habe.

Von den Erlebnissen während der Aktion ist sie immer noch beeindruckt. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir dem Unmut so vieler Bürger begegnen würden“, erzählen die beiden Unterschriftensammler. Viele seien wütend, weil sie ausbaden müssten, was die Politik versäumt habe, vor allem in Bezug auf die Enervie AG. „Ratsvertreter, die auch im Enervie-Aufsichtsrat sitzen, sollten ihren Hut nehmen, das wäre konsequent“, hätten manche Bürger gesagt. Ingrid Schröder erzählt von einer Witwe, die von kleiner Rente lebt und immer dachte, ihr Haus sei eine gute Altersversorgung. Diese wisse nicht, wie sie 30 Euro im Monat zusätzlich für die Grundsteuer aufbringen soll. Damit stehe die Frau nicht allein da.

Ilias Bouziouris berichtete, einige Angesprochene hätten gar nicht erst unterschrieben: „Das bringt ja eh nichts, haben sie gesagt.“ Ingrid Schröder war besonders erschreckt von Bürgern, die jetzt erst recht nicht mehr wählen gehen wollen, „weil die Politiker machen, was sie wollen, und nicht im Sinne der Bürger entscheiden.“

Viele hätten allerdings angemerkt, wenn die Grundsteuer über einen längeren Zeitraum nach und nach angehoben worden wäre, wäre das verkraftbar gewesen, aber der jetzt vorgeschlagene Sprung von insgesamt mehr als 80 Prozent sei nicht hinnehmbar.

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