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Unternehmer aus MK zum A45-Drama: „Lüdenscheid darf nicht Randgebiet werden“ 

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Die neunte Lüdenscheider Runde hatte die bisher meisten Teilnehmer (von links): Adrian Kaiser und Burkhard Kaiser (Kaiser GmbH), Adalbert M. Neumann (Busch-Jaeger), Harald Rutenbeck (Wilhelm Rutenbeck GmbH), Dr. Lothar Hellmann (ZVEH), Klaus Jung (ZVEI), Christiane Schulte (Busch-Jaeger), Sabine Jungkurth (Jungkurth GmbH), Simone Kutzner (Wilde–Kutzner–Teichert), Julia Feijoo-Sampedro (Busch-Jaeger), Christopher Mennekes (Mennekes Elektrotechnik), Torsten Nolting (Busch-Jaeger), Angela Freimuth (FDP), Peter Junker (Drees & Partner), Walter Mennekes (Mennekes Elektrotechnik), Holger Moeser (Stadt Lüdenscheid), Alexander Rutenbeck (Wilhelm Rutenbeck GmbH) und Steffen Oellers (Kaiser GmbH).
Die Lüdenscheider Runde diskutierte auf der Light + Building in Frankfurt auch die Probleme durch die A45-Sperrung. © Busch-Jaeger

Die Probleme durch die A45-Sperrung ließen sich auch in Frankfurt nicht ausblenden: Bei der Lüdenscheider Runde, die auf Einladung von Busch-Jaeger wieder auf der Messe Light + Building stattfand, schilderten die Unternehmen ihre Sicht der Dinge.

Frankfurt/Lüdenscheid – Die Themen Nachhaltigkeit und Energiewende, Fachkräftemangel und strukturelle Probleme durch die Sperrung der A45 standen im Fokus der Lüdenscheider Runde, die nach vier Jahren Pause erstmals wieder auf der Frankfurter Messe „Light + Building“ stattfand.

Zum mittlerweile neunten Mal trafen sich am Sonntag auf Einladung von Busch-Jaeger Vertreter von Verbänden aus der Elektrobranche, Unternehmer aus der Region, die FDP-Landtagsabgeordnete Angela Freimuth sowie Fachdienstleiter Holger Moeser von der Wirtschaftsförderung der Stadt Lüdenscheid zum Austausch.

„Umso wichtiger ist es, dass wir positiv nach vorne blicken“

„Für die südwestfälischen Unternehmen aus der Elektro-Branche ist die Light + Building die wichtigste Messe“, sagte Adalbert M. Neumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Busch-Jaeger Elektro GmbH. „Wir sind alle Unternehmen mit einer großen Tradition und haben viel Geld investiert, um unsere Produkte und Anwendungen einem breiten Publikum zu zeigen. Natürlich belastet uns alle die aktuelle Situation um die A45. Umso wichtiger ist es, dass wir positiv nach vorne blicken.“

Bei Endkunden, die zum Elektroinstallateur gingen, sei das Thema Energiewende mittlerweile auf dem Schirm. „Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Speicher – das sind Themen, mit denen Kunden jetzt auf uns zukommen. Die Zukunft wird elektrisch sein und das ist gut für unsere Elektro-Branche“, sagte Dr. Lothar Hellmann, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH).

Dies bestätigte auch Klaus Jung (Fachverbandsgeschäftsführer Elektroinstallationssysteme im Verband der Elektro- und Digitalindustrie): „Die Kunden möchten Gebäude haben, die mehr Energie zurückgeben, als sie verbrauchen. Dann werden diese auch klimaneutral. Die Energiewende ist auch eine Gebäudewende. Der nächste Schritt ist dann zur Smart City.“

„Nachhaltigkeit ist kein Zeitgeist-Phänomen“

„Nachhaltigkeit ist kein Zeitgeist-Phänomen. Wenn ich mit Freunden aus der Land- und Forstwirtschaft spreche, sagen sie, dass sie das schon lange machen. Jeder Mensch ist gut beraten, nachhaltig zu wirtschaften, sonst geht es schief. Aber mittlerweile ist dieses Thema bei vielen bewusster angekommen“, hieß es von FDP-Politikerin Angela Freimuth.

Viele Emotionen kamen ins Spiel, als das Thema A45-Sperrung aufkam. Allerdings zeigte die Diskussionsrunde, dass die Unternehmen aus Südwestfalen zusammenhalten und gemeinsam mehr Informationen und Transparenz von Stadt, Land und Bund einfordern.

„Wenn die Sauerland-Linie jetzt zu ist, dann ist Feierabend“

„Die Sauerland-Linie wurde vor über 50 Jahren gebaut und hat dafür gesorgt, dass wir uns zu den besten Industrie-Regionen in Europa entwickelt haben. Und wenn die Sauerland-Linie jetzt zu ist, dann ist Feierabend“, sagt Walter Mennekes.

„Wenn wir zehn Jahre für den Bau einer Brücke brauchen und die Wurzeln abgeschnitten werden, dann wissen wir nicht, was in drei Jahren ist. Ich möchte Gewerkschaften, Bürgermeister, Landräte, Handelskammern, Handwerker und Industrieunternehmen zusammenbringen und im Februar oder März gemeinsam nach Berlin fahren.“

„Uns laufen die Leute weg“

Ein Vorhaben, für das es nicht nur Applaus gab, sondern von vielen auch das Vorhaben, sich an der Aktion zu beteiligen. „Endlich mal jemand, der Emotionen zeigt und sagt, wie bescheiden unsere aktuelle Situation ist. Uns laufen die Leute weg und wir finden keine neuen. Die Spediteure kommen nicht mehr vorbei, weil sie Lüdenscheid meiden. Wir wollen Antworten und Transparenz von Stadt, Land und Bund. Sagt uns ehrlich, was los ist. Dann können wir auch handeln“, ergänzte Burkhard Kaiser (Kaiser GmbH).

Angela Freimuth stellte sich der Kritik: „Das ist auch meine Heimat, die droht vor die Hunde zu gehen. Wir sind als Region gemeinsam gefordert. Es ist zwingend, dass wir bei Planungs- und Genehmigungsverfahren schneller werden“, könnte sie sich zum Beispiel eine Website vorstellen, die aufzeige, in welchem Status sich die Prozesse in dem Verfahren befinden.

„Lüdenscheid darf nicht zum Randgebiet werden“

Adalbert Neumann verwies in diesem Zusammenhang auf Fachkräfte, die die Unternehmen aufgrund der Brücken-Problematik verlassen: „Lüdenscheid darf nicht zum Randgebiet werden. Wir sind eine starke Wirtschaftsregion, die soll es auch noch in fünf Jahren geben.“

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