Zwischenbilanz zur Aktion „Deckel drauf“

Zwei Millionen Plastikdeckel im Kampf gegen Polio

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Freuen sich über das Zwischen-Ergebnis des rotarischen Engagements: Jens Braeuker, Britta Sieper, Robert Steinweg, Bettina vom Brocke, Ingo Schwolow, Dr. Viola Stender-Schulte und Bettina Leonidas (von links).

Lüdenscheid - Die Rotarier werten ihr Engagement als klare Erfolgsgeschichte: Knapp ein Jahr nach Beginn der Aktion „Deckel drauf“ haben die Aktiven vom Rotary-Club-Lüdenscheid-Zeppelin am Mittwoch Zwischenbilanz gezogen. Die nackten Zahlen dabei: Innerhalb von zwölf Monaten sind in der Bergstadt zwei Millionen Plastikdeckel – das entspricht 4000 Kilogramm – für den humanitären Zweck gesammelt worden.

Der Verkauf der Verschlüsse zu Recycling-Zwecken wird einen Erlös erzielen, der die Finanzierung von 4000 Impfungen gegen Kinderlähmung abdeckt. Da teilte Dr. Viola Stender-Schulte im LN-Gespräch mit.

Stender-Schulte hatte die Aktion während ihrer Rotary-Präsidentschaft 2017 maßgeblich koordiniert. Mittlerweile ist sie zwar nicht mehr Präsidentin des Clubs Lüdenscheid-Zeppelin, aber immer noch dessen „Deckel-Beauftragte“, wie sie selbst sagt. Ihre Ankündigung angesichts des bisherigen Rücklaufs an Deckeln: „Die Aktion geht unbegrenzt weiter.“ 

An der beteiligen sich neben den Zeppelin-Rotariern bundesweit zahlreiche Rotary-Clubs. Als Förderer mit im Boot sitzt auch Rotaract Lüdenscheid, der rotarische Nachwuchs. Zum Hintergrund: Lange Zeit galt die Kinderlähmung – auch als Polio bezeichnet – als große Geißel der Menschheit. Die Krankheit führt zu Lähmungen und Verkrüppelungen und kann lebensbedrohlich sein. Heilung gibt es nicht, wohl aber eine Vorbeugung durch Impfung.

Durch solche Impf-Programme ist Polio in weiten Teilen der Welt verschwunden. Nur in Nigeria, Afghanistan und Pakistan kommt das Virus in freier Form noch vor. Das Problem: Für einen dauerhaften Schutz rund um den Globus muss das Impfen noch weitergehen. Das wiederum kostet Geld.

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Und exakt an diesem Punkt setzt das gezielte Sammeln der Plastik-Verschlüsse von Tetrapacks, Zahnpastatuben und Getränkeflaschen ein. Denn die sind aus dem recyclingfähigen Material Polyethylen, haben einen wirtschaftlichen Wert und müssen somit nach Gebrauch nicht auf den Müll.

Daher bitten die Rotarier seit einem Jahr die Bevölkerung, solche Deckel zu Sammelstellen in der Stadt zu bringen. Zahlreiche Bürger aller Altersstufen sind dem Ersuchen bisher nachgekommen. „Dafür sind wir dankbar“, so die Worte von Viola Stender-Schulte.

Die Deckel werden an einen Recycling-Betrieb verkauft. Der Erlös von 500 Verschlüssen entspricht einer Impfung gegen Polio. Die Standorte der Lüdenscheider Sammelstellen finden sich auf der Internet-Seite www.deckel-drauf-ev.de.

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