Mehr Straftaten durch Enkeltrick und Co. - aber weniger Rohheitsdelikte

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Lüdenscheid - Im Polizeijargon heißen sie „Straftaten zum Nachteil älterer Menschen durch überörtliche Täter“ – diese Deliktart sorgte 2017 in der aktuellen Kriminalitätsstatistik für den rasantesten Anstieg.

Während die Fallzahl im Jahre 2016 noch bei 184 lag, registrierten die Ermittler im vergangenen Jahr 577 Fälle im ganzen Märkischen Kreis. Das entspricht einer Steigerungsrate von 213,6 Prozent. 

Solche Taten sind auch für den Spitzenplatz Lüdenscheids im Hinblick auf die Kriminalitätsbelastung im Kreis verantwortlich. Eine Häufung von 390 Fällen zeigte sich in der Zeit zwischen Oktober und Dezember. Besonders auffällig ist bei diesem Delikt nach Polizeiangaben die hohe Anzahl an gescheiterten Versuchen, die einen Anteil von 93,6 Prozent ausmachen. 

Die geringe Zahl an Tatvollendungen seien aber mit hohem Schaden für die Opfer verbunden gewesen. Die Maschen, mit denen die Täter ihre Opfer zu übertölpeln versuchen, sind nach den Erfahrungen der Ermittler inzwischen „sehr facettenreich“ – und reichen vom „klassischen Enkeltrick“ über türkische Haftbefehle, Strafvollstreckung durch die Staatsanwaltschaft, aktueller Einbruch durch rumänische Banden, falsche Polizeibeamte mit real existierenden Namen der örtlichen Dienststellen bis zu Gewinnspiel-Versprechen oder Abo-Varianten. 

Wie viele dieser Fälle in Lüdenscheid passiert sind und somit für einen Spitzenplatz Lüdenscheids in der Belastungsquote verantwortlich sind, geht aus der Statistik der Polizei nicht hervor. Klar ist aber, dass die Zahl der so genannten Rohheitsdelikte wie Raub, Erpressung oder Körperverletzung in der Kreisstadt gesunken ist – im Bereich der Gewaltkriminalität um 11,7 Prozent.

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