Feuerwehr-Einsatz am Dienstag

Ehemaliges Fitness-Studio ausgebrannt - so sieht der Brandort aus

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Allerlei Gerümpel und Unrat der früheren Mieter in einer der Hallen üben offenbar eine starke Anziehungskraft aus. Immer wieder müssen Zugänge verriegelt und Türen zugeschweißt werden, um unerlaubtes Eindringen zu verhindern. Trotzdem kommt es immer wieder zu Hausfriedensbruch.

Lüdenscheid - Immer wieder werden die zugänge zu der Brache verriegelt, immer wieder missbrauchen ungebetene Besucher den Gebäudekomplex als Abenteuerspielplatz.

Nach dem Brand in dem fast verlassenen Firmenkomplex an der Bräuckenstraße hat die Kripo Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung aufgenommen. 

Es verdichten sich Anzeichen dafür, dass vornehmlich junge Leute die Brache als Abenteuerspielplatz betrachten. Immer wieder gab es in den zurückliegenden Monaten Sachbeschädigungen, Randale oder Einbrüche – und am Dienstagabend dann Flammen und Rauch. 

Laut Polizei kein Gebäudeschaden

Durch die schnelle Reaktion der Feuerwehr ist nach Angaben der Polizei kein Gebäudeschaden entstanden. Eine Halle mit allerlei Gerümpel und Unrat der früheren Mieter gilt als Brandherd und ist stark verrußt. 

Jens Hasek vom Architekturbüro Bielinsky sichert die Immobilie im Auftrag des Insolvenzverwalters. „Wir haben Verkleidungen vor den Fenstern angebracht, Zugänge verriegelt und Türen zugeschweißt – die kommen trotzdem immer wieder rein.“ Besondere Gefahr gehe von einem offenen Fahrstuhlschacht aus. 

Mehr über den Brand am Dienstag

Mindestens dreimal sei er schon mit der Polizei vor Ort gewesen. Fabian Bender, Filialleiter beim einzigen verbliebenen Mieter, dem Getränkemarkt Hoffmann, erinnert sich an einen der Einsätze. 

Es war am 26. März. „Da waren vier Jugendliche im Keller und haben randaliert.“ Polizeisprecher Dietmar Boronowski bestätigt: „Vier Minderjährige haben Hausfriedensbruch begangen und im Keller mit Flaschen um sich geworfen.“ Die Täter seien ihren Eltern übergeben worden. 

Portemonnaie mit Ausweis am Brandort

Jens Hasek hat gestern bei der ersten Inspektion des Brandortes ein Portemonnaie mit Personalausweis gefunden und der Kripo übergeben. Der Eigentümer konnte schnell ermittelt werden. Doch nach Angaben der Polizei steht der Fund nach letzten Erkenntnissen in keinem Zusammenhang mit dem Brand. 

Die Tage des Gebäudekomplexes sind gezählt. Bekanntlich hat der Lidl-Konzern das Areal gekauft und will dort neu bauen. Der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt und Notar Martin Buchheister, geht davon aus, dass die städtebaulichen Belange, etwa die Änderung des Bebauungsplans, bis Jahresende geklärt sind. 

Abriss für nächstes Jahr geplant

Im nächsten Jahr könne dann mit dem Abriss begonnen werden. Dann muss sich auch der Getränkeladen einen neuen Standort suchen. 

Die Sicherung der Immobilie bleibt bis dahin eine Aufgabe. Kriminologen sprechen mit Blick auf den Abenteuerspielplatz von der „Theorie der zerbrochenen Fenster“. 

Zerbrochene Scheiben müssten schnell repariert werden, „damit weitere Zerstörungen im Stadtteil und damit vermehrte Delinquenz verhindert“ werden können.

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