Rock Inc.: Ende der Musik – vorerst

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Rock Inc.-Chef Phillip Nieland macht Pause. Nach zehn erfolgreichen Jahren der Veranstaltungsreihe Rock Inc. sei es nun an der Zeit, eine schöpferische Auszeit zu nehmen. Das Aus für Rock Inc. bedeutet dies allerdings nicht.

LÜDENSCHEID - Ein Jahrzehnt lang prägte die Veranstaltungsreihe Rock Inc. die musikalische Elektro-, Techno- und House-Szene im Märkischen Kreis. Nach erfolgreichen Jahren, zahlreichen Top Acts und regelmäßigen Partys soll nun aber erst einmal Schluss sein.

„Es ist jetzt mal an der Zeit, inne zu halten und sich eine Auszeit zu nehmen“, sagt Phillip Nieland, Kopf und Ideengeber der Rock Inc.-Reihe.

Die Auszeit solle aber auf keinen Fall das Ende von Rock Inc. bedeuten. „Es ist definitiv kein Rückzug. Ich möchte auf jeden Fall irgendwann wieder etwas machen. Nur wird die Tendenz dahin gehen, weniger im Jahr zu veranstalten“, erklärt Nieland. Regelmäßige monatliche Partys werde es dann wohl nicht mehr geben, sondern über das Jahr verteilt.

Phillip Nieland hat sich die Entscheidung, einen Gang zurückzuschalten, nicht leicht gemacht. Mehrere Monate lang dachte er über diesen Schritt nach, beobachtete das Party-Geschehen und tauschte sich mit anderen aus. „Man kann mit einer längeren Pause viel kaputt machen. Deswegen habe ich mich lange nicht dazu durchringen können. Doch nun ist es soweit.“

Gleichzeitig habe die Auszeit nichts mit dem Betrieb des Clubs Johnny Mauser zu tun, den Nieland zusammen mit Fabian Kärnbach betreibt. „Das Mauser wird weiter wie gehabt laufen. Auch die Electronic Nation wird es weiter geben, auch wenn es dieses Jahr keine zweite Großveranstaltung mehr geben wird.“

Der Grund für die Pause von Rock Inc. sei auch nicht, dass es nicht mehr laufen würde. Trotz des stetigen Erfolges sei aber mittlerweile ein Punkt gekommen, wo man einen Cut machen müsse. „Es ist schwierig, sich Monat für Monat neu zu motivieren und mit neuen Ideen aufzuwarten. Wir sind alle mit der Partyreihe älter geworden und jetzt ist ein Punkt erreicht, an dem man müde ist und sich satt fühlt.“ Er habe einen enormen Anspruch an die eigene Arbeit und sei selbst selten zufrieden, wolle immer mehr bieten und leisten. „Aber nach vielen tollen Momenten und erfolgreichen Partys kannst du irgendwann nichts Neues mehr bieten. Der Spaß an der Sache ist immer meine Motivation gewesen. Und wenn der verloren geht, muss man auch sagen können: ‘Ich mache mal Pause’“, sagt der 32-Jährige. Die Zeit möchte er nutzen, um zu schauen, in welche Richtung es für ihn gehen soll.

Damit geht in Lüdenscheid und Umgebung vorerst eine Ära zu Ende. Tausende Gäste feierten zehn Jahre lang mit dem Rock Inc.-Team mit, fuhren gemeinsam auf Festivals wie die „Ruhr in love“ und trugen selbstbewusst Shirts mit dem Logo der Partyreihe. Über die Jahre entwickelte sich eine feste Community und Rock Inc. wurde zur Marke. „Es gibt in Lüdenscheid und darüber hinaus wenige 18- bis 35-Jährige, die noch nie mit uns gefeiert haben. Das ist ein gutes Gefühl und das macht einen auch stolz.“ Viele Gäste hätten bereits vor zehn Jahren schon mit Rock Inc. gefeiert und besuchen bis heute regelmäßig die Partys. „Da hängen viele positive Erinnerungen dran.“

Nicht umsonst nennt Nieland die Feier zum zehnjährigen Jubiläum, das am Samstag, 8. Juni, im Johnny Mauser stattfindet, „Familienfest“. Und familiär soll es auch zugehen: Hinter den Plattentellern stehen an diesem Abend keine fremden DJs, sondern die, die zum Teil mit Rock Inc. groß geworden sind. „Es werden nur hauseigene DJs spielen, die das Beste aus den Bereichen House und Techno der letzten zehn Jahre auflegen werden. Es soll eben eine Feier für die werden, die sich mit Rock Inc. identifizieren können.“ Wann es zu einem Comeback von Rock Inc. kommt, kann Nieland noch nicht sagen. „Es waren wirklich gute Jahre, aber es ist jetzt an der Zeit, mal Luft zu holen.“

Von Alisa Kannapin

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