Genossenschaft sucht Anteilseigner

In der Lüdenscheider Oberstadt: Parkpalette wird zum Solar-Parkhaus - für E-Autos

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Die Parkpalette an der Corneliusstraße. 

Lüdenscheid – Das erste „Solar-Parkhaus“ der Region entsteht in der Lüdenscheider Oberstadt. Bürger können sich mit dem Kauf von Genossenschaftsanteilen an der Photovoltaik-Anlage beteiligen. Noch in diesem Jahr soll sie Strom liefern.

Das Parkhaus selbst gibt es schon: die Parkpalette an der Corneliusstraße. Dort unterhält das Lüdenscheider Stadtmarketing (LSM) 124 Parkplätze, darunter auch 43 öffentliche Stellplätze. Damit aus dem Gebäude ein „Solar-Parkhaus“ wird, plant die Bürger-Energie Lüdenscheid eG (BELeG) auf dem Dach den Bau einer 90-KW-Photovoltaik-Anlage. 

Absichtserklärung wird jetzt konkret

Eine entsprechende Absichtserklärung haben die Bürgergenossenschaft, die Stadt Lüdenscheid und die Stadtwerke Lüdenscheid im vergangenen Jahr unterzeichnet. Nun wird es konkret: „Uns liegen mehrere Angebote vor. Wir stehen kurz vor der Vergabe“, erklärte BELeG-Vorstand Stefan Hoffmann.

Nur marginale Beeinträchtigungen erwartet

Einen Bauantrag benötigt die Genossenschaft laut Stadtsprecher Sven Prillwitz für das Vorhaben nicht. Demnach könnte die Installation schon in den nächsten Wochen beginnen. Während der Bautätigkeiten seien nur marginale Beeinträchtigungen für Parkplatzsuchende zu erwarten, sagt Prillwitz.

„Wir hoffen, dass die Anlage bis November steht“, erklärt Hoffmann und mahnt zur Eile. Denn wenn deutschlandweit die Photovoltaik-Leistung von 52 Gigawatt erreicht ist, dann endet auch die lukrative Einspeisevergütung für Neuanlagen. Derzeit liege die Nennleistung bereits bei 49 Gigawatt. 

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Die BELeG rechnet mit einem Jahresertrag von 75.000 Kilowattstunden. Damit sollen der Stromverbrauch des Parkhauses gedeckt werden und Ladesäulen für Elektroautos gespeist werden. Die E-Tankstellen werden – gemäß der Absichtserklärung – von den Stadtwerken installiert.

Die BELeG-Mitglieder Daniel Riegel (vorne), Patrick Granieczny (hinten von links), Claudius Bartsch, Elske Lang und Niclas Waldheim an der Parkpalette.

Nach den Berechnungen der BELeG reicht der verbliebene Solarstrom für 250.000 Kilometer Reichweite mit einem E-Auto. „Das ist sechs Mal um die Erde“, sagt Vorstand Stefan Hoffmann stolz. Bislang betreibt die Genossenschaft erst eine kleinere Solaranlage, das „Solarparkhaus“ sei das erste große Projekt, so Vorstand Hoffmann. Man habe sich zudem für den Bau der Photovoltaik-Anlage auf der Mülldeponie Kleinleifrighausen beworben. 

Genossenschaft sucht Anteilseigner

Die Zahl der Anteilseigner soll von derzeit 60 deutlich steigen. Anteile kosten zwischen 100 und 1.000 Euro. Versprochen werden laut Hoffmann Renditen „deutlich oberhalb des Sparbuchs“. 

„Erneuerbare Energien sind ein Wirtschaftsfaktor. Wir zeigen, dass auch die Wertschöpfung vor Ort funktioniert“, betont er. Bei einem Runden Tisch will die BELeG am heutigen Mittwoch (4. September) ab 19 Uhr im Wirtshaus „Zum Schwejk“ das Projekt vorstellen.

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