Lüdenscheider NPD-Mann bleibt DFB-Schiedsrichter

Die Teilnehmer des Gesprächs in Kaiserau.

LÜDENSCHEID – NPD-Funktionär Stephan Haase darf auch weiterhin in der Kreisliga pfeifen. Dies teilte der DFB der Friedensgruppe Lüdenscheid bei einem Gespräch mit Vertretern des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) im Sportzentrum Kamen-Kaiserau mit.

Dieser Termin, so die Vertreter der Friedensgruppe, sei sicher auch dem Engagement des Zentralrats der Juden in dieser Frage zu danken.

Moderiert von DFB-Vize und Landesverbandspräsident Hermann Korfmacher fand unter Beteiligung mehrerer Funktionsträger des FLVW und des Fußballkreises Lüdenscheid ein zweistündiges konstruktives Gespräch statt. Hierbei seien zahlreiche gesellschaftliche und politische Initiativen des DFB dargestellt und die Frage diskutiert worden, wo die Grenze zwischen juristischem und politischem Handeln in der rechtsstaatlichen Demokratie liege. Deutlich sei geworden, dass Aussagen wie „Im Sport sind wir Nationaldemokraten heute, genau wie die Nationalsozialisten früher, der Meinung, dass der Beste gewinnen soll“ (Stephan Haase in Revierkick 44/2009) auf Bundesebene zu einem so großen politischen Gegendruck führen würden, dass ein Rücktritt die Folge wäre.

Juristisch wäre diese Entscheidung aber nicht herbeizuführen, weil der demokratische Rechtsstaat die freie Meinungsäußerung sehr weit schütze. Deshalb könne wegen der Aussage des rechtsradikalen Lüdenscheider Ratsherrn und Schiedsrichters juristisch kaum erfolgreich gehandelt werden, so der DFB. Dies habe die Friedensgruppe nicht zufrieden gestellt, sei aber akzeptiert worden.

Einig seien sich die Gesprächspartner über die notwendige Sensibilisierung und Wachsamkeit gegenüber Rechtsradikalismus und für die Stärkung der Demokratie gewesen. Daher habe die Friedensgruppe als deutliches Zeichen seitens des Fußballverbandes die Unterstützung lokaler Projekte wie der Kampagne „In Stadt, Land und Staat kein Nazi in den Rat“ sowie auch der „Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus“ angeregt. Hierzu seien seitens der Gastgeber positive Signale gegeben worden. Und die Idee seitens des Verbandes, die Geschichte der Sportvereine in der NS-Zeit lokal zu beleuchten, werde man in jedem Fall aufnehmen. Für eine Konkretisierung der Zusammenarbeit bedürfe es allerdings noch weiterer intensiver Gespräche auf lokaler Ebene, teilte die Friedensgruppe Lüdenscheid weiter mit.

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