Der Pferdedieb von Berlin

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Dr. Martin Klöffler (im Hintergrund links) präsentiert Ende Januar in den Museen eine kleine Auswahl revolutionärer Gerätschaften.

LÜDENSCHEID - „Die Meinungen sind da ja durchaus geteilt. Die einen sagen, er hat die Kunst gestohlen und nennen ihn den Pferdedieb von Berlin, die anderen, dass Napoleon die bedeutenden Kunstwerke seiner Zeit in Paris zusammenführen wollte.“ Ursula Delhougne, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Museen, schüttelt Geschichten rund um den großen kleinen Franzosen nur so aus dem Ärmel. Die Quadriga zum Beispiel wurde im Jahr 1806 nach der für Preußen verlorenen Schlacht bei Jena und Auerstedt auf Weisung des französischen Kaisers nach Paris gebracht.

Derzeit steht sie in den Museen der Stadt am Sauerfeld – allerdings „nur“ als imposantes Entrée in die Ausstellung „Wider Napoleon“, die am Sonntag eröffnet wird. Zu sehen sind dann für rund vier Monate Gemälde und geschichtliche Dokumente, Leihgaben aus der Schweiz, aus Paris und von an die 100 nationalen und internationalen Leihgebern. „Eine attraktive Ausstellung mit vielen Überraschungen“, macht Museumsleiter Dr. Eckard Trox Lust auf einen Bummel durch die französisch-preußische Geschichte.

Umrankt wird die Ausstellung, die am Sonntag um 11.30 Uhr im Schatten der Quadriga in den Museen an der Sauerfelder Straße eröffnet wird, von einem Rahmenprogramm, das bereits in der kommenden Woche beginnt. Am Mittwoch, 4. Dezember, gestalten die Staberger Gymnasiasten in den Museen einen Abend, bei dem der Schüleraustausch mit Frankreich im Mittelpunkt steht. Die Schüler haben dann französische Austauschschüler zu Gast. Der Abend beginnt um 18 Uhr, der Eintritt ist frei. „Grundsätzlich wollen wir rund um die Ausstellung keine trockenen Vorträge bieten“, so Ursula Delhougne, die gemeinsam mit Ulrike Tütemann das Programm vorstellte. Akustische Erlebnisse sollen geboten werden bis zum 23. März 2014, Visuelles, aber auch durchaus Geschichte zum Anfassen. „Unser Arbeitstitel war Kultursalon, und so soll das auch sein. Zwanglos, mit einem Gläschen französischem Wein und Häppchen“, so Delhougne weiter. Dr. Eckhard Trox referiert am Sonntag, 8. Dezember, ab 18 Uhr über „Unbekannte Geschichte – unbekannte Objekte“. Der Fachhistoriker will anhand eines Objektes Geschichte erläutern, während Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen als Kunsthistorikerin darüber spricht, was es mit den Pretiosen aus dem Hause Bonaparte so auf sich hat. Im Rahmenprogramm für das nächste Jahr berichtet Dr. Martin Klöffler über die Erfindung des französischen Meters, und Musikschüler spielen Musik aus dem 19. Jahrhundert. Aus Dresden kommt Lutz Reike mit Mode um 1800 nach Lüdenscheid, bevor Dr. Bénedicte Savoy über den „napoleonischen Kunstraub“ referiert. Im Februar stellt Dr. Inken Schmidt-Voges die Frauenvereine von 1813 als Beginn der Emanzipation vor. Zum Ende der Ausstellung hin wird das Musikalische Quartett Freiheitslieder intonieren. Wenige Tage vor dem Ende der Ausstellung wird Napoleon als Filmfigur vorgestellt. Alexander Radday beleuchtet den Feldherrn in einem gescheiterten Filmprojekt von Stanley Kubrick oder auch dem Meisterwerk „Napoleon“ von Abel Gance aus dem Jahr 1927. - rudi

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