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Haustürschlüssel aus der Heimat

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Von: Bettina Görlitzer

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Diesen Haustürschlüssel des ehemaligen Wohnhauses in Pommern hat Familie Warmbier über Jahrzehnte aufbewahrt. © Nougrigat

Lüdenscheid -  Zum letzten Mal benutzt wurde dieser Schlüssel am 4. März 1945, in einem Ort, der Hammermühle hieß, im Kreis Rummelsburg in Pommern.

Es war ein Sonntag, als Familie Warmbier gegen Ende des Zweiten Weltkrieges vor den näherrückenden sowjetrussischen Soldaten floh. 

In das Depot des Geschichtsmuseums gelangte der Schlüssel über die Ehefrau von Heinz Warmbier, zu dessen Elternhaus er einst gehörte. Das Paar wohnte an der Glatzer Straße in Lüdenscheid, in einem der Stadtviertel, die nach dem Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg in Lüdenscheid entstanden sind. 

Ein Symbol für die Hoffnung auf Rückkehr 

Wie so viele Familien, die aus ihren Heimatorten zum Beispiel in Ostpreußen oder Pommern flohen, und später unter anderem aus Schlesien vertrieben wurden, hegten auch die Eltern von Heinz Warmbier im Moment ihrer Flucht die Hoffnung, eines Tages in ihr Heim zurückzukehren. Sie verriegelten die Tür ordnungsgemäß, um sie am Tag ihrer Rückkehr wieder aufzuschließen. Den Schlüssel behielten sie über all die Jahrzehnte, in denen sie längst in Lüdenscheid eine neue Heimat gefunden hatten. 

Und so wird ein alltäglicher Gegenstand wie ein Haustürschlüssel zu einem Symbol für Schicksale, wie sie viele Millionen Menschen nach den Zweiten Weltkrieg erlebt haben – und das macht ihn zum Museumsstück. Er ist ein Objekt, das wie so viele seine Bedeutung erst durch die Geschichte bekommt, die dahinter steht.

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