Indian Prince: Seltenes Motorrad von 1928 in Lüdenscheid zu sehen

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Eine "Indian Prince" von 1928 mit Altenaer Zulassung darf in den Museen bewundert werden.

Lüdenscheid - Zwei gute Bekannte grüßen im Eingangsbereich: Heinz Wewers, als Weltkriegssoldat gemalt von dem Künstler Franz-Josef Klemm, und der Lüdenscheider Künstler Paul Wieghardt in einem Selbstporträt. Sie machen Appetit auf das, was da noch kommt im zweiten Teil der Hommage an „Weimar im Westen“, in diesem Fall in Lüdenscheid.

Vor 14 Tagen wurde die Ausstellung des Landschaftverbandes Westfalen-Lippe abgebaut und weitertransportiert. Geblieben ist der lokalgeschichtliche Teil der Ausstellung mit Exponaten aus den 20er-Jahren. Ganz vorzüglich sei die Ausstellung gelaufen, sagt Museumsleiter Dr. Eckhard Trox, viele Schulklassen, auch weit über die Stadtgrenzen hinaus, hätten „Weimar im Westen“ besucht. Auch die öffentlichen Führungen seien gut besucht gewesen.

Gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Dr. Carolin Krüger-Bahr ist nun der zweite Teil aufgelegt worden, eine Eigenproduktion der Lüdenscheider Museen, nicht zuletzt, um Exponate aus dem Bestand der Museen zeigen zu können. Zu sehen sind überwiegend Porträts Lüdenscheider Unternehmer und Politiker. Menschen, deren Namen auch heute noch viele Lüdenscheider kennen und mit Produkten aus ihrer Stadt verbinden. Sie sind in der Weimarer Zeit gemalt worden.

 „Aber man sieht auch sehr schön, das sich das gemalte Porträt in dieser Zeit verändert hat“, sagt die Kunsthistorikerin, und verweist auf den Apotheker Hermann Moorss, gemalt von Franz Nölken. In unmittelbarer Nachbarschaft des Porträt befindet sich das Arbeitszeug des Apothekers.

An der gegenüberliegenden Wand hängen Porträts von Eva und Otto Brauckmann, gleich daneben Teile des Produktionsprofiles des Brauckmann’schen Unternehmens, damals noch in Sachen Drahtzieherei unterwegs. Margarete Noelle lächelt mit Söhnchen Gustav Adolf auf die Besucher herab, im Vordergrund eine Büste des kleinen Gustav. Und noch eine Frau steht im Mittelpunkt: Toni Gerhardi, die einzige Frau inmitten einer großen Männerriege am Steuer eines Fahrzeuges aus den 20er-Jahren.

Apropos Fahrzeuge: Natürlich gibt’s auch hier wieder das eine oder andere Liebhaberstück zu bewundern. War es zum Auftakt der Weimar-Ausstellung ein Feuerwehr-Oldtimer, so darf diesmal eine „Indian Prince“, ein Original-Motorrad aus den 20er-Jahren, das bereits beim Hineinrollen in das Museumsfoyer die Blicke auf sich zog, begutachtet werden. Der private Leihgeber, der nicht ins Licht der Öffentlichkeit möchte, kennt die Geschichte der „Indian“: „Der Erstbesitzer war ein Seefahrer, der rund um Kap Horn segelte. Der wollte dann heiraten, und seine zukünftige Gattin hat gesagt: Dann aber keine Seefahrerei mehr. Und im Gegenzug durfte er sich dann eine, Indian’ kaufen.“ Sprach’s und mustert das Zweirad: „Das ist ein Einzylinder. Fährt in der Spitze 100 km/h. Aber die muss ich nachher noch mal putzen."

Die Ausstellung wurde am Sonntag eröffnet und dauert bis Ende Juli.

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