Februar: Jürgen Däumer

Jürgen Däumer ist Lüdenscheider des Monats Februar.

LÜDENSCHEID ▪ Im Moment läuft noch alles wie gehabt. Ruhestand? Wer sein Leben lang im Schichtdienst war – zwei Tage frei, 24 Stunden Dienst – für den ist freie Zeit normal.

„Wenn die Langeweile kommt“, sagt Jürgen Däumer, „geh’ ich zur Ehrenamtsbörse.“ Etwas mit Kindern und Jugendlichen könnte sich der Feuerwehrmann vorstellen, der als Wachführer der Wachabteilung III für 20 Leute Verantwortung trug. Höher hinauf wollte er nie: „Lieber frische Luft als Schreibtisch.“ Pflichterfüllung an vorderster Front, Alltag zwischen Drama und Dokumentation, ein Leben im Wunschberuf, den er „bis zum letzten Tag gerne gemacht“ hat – das ist für die LN-Redaktion das Besondere im Alltäglichen, das zu selten gewürdigt wird. Deshalb ist Jürgen Däumer der Lüdenscheider des Monats Februar.

41 Jahre und sechs Monate war er auf der roten und der blauen Seite – im Rettungsdienst und im Feuerwehreinsatz. Im Moment feiert er mehr als 700 Überstunden ab, hat Resturlaub und begeht am 15. August, zwei Wochen vor offiziellem Dienstende, 60. Geburtstag. In Herscheider Baum/Treckinghausen geboren, wuchs er in der Ahelle auf. Weil die Nachbarin weit und breit das einzige Telefon hatte, musste sie, unterstützt von Mutter Däumer, „Sirenenalarm machen“. Der Vater, Maurer von Beruf, war bei der Feuerwehr in Brügge aktiv – und so wuchs der Sohn da rein, so wie später sein Sohn auch. Feuerwehr als Familienangelegenheit. Jürgen Däumer lernte Maler und Lackierer und bewarb sich mit 19 Jahren nach einem Jahr Gesellenzeit. Frisch dabei, ging’s gleich zu einer Entbindung. „Mach du mal“, habe der Kollege gesagt, „ich hab’ so kalte Finger.“ Nie zu wissen, was kommt, das hat er am Beruf geliebt.

„Das Schlimmste sind Einsätze, wo Kinder dabei waren. Das hat sich eingebrannt“, sagt Däumer, der mehr als zehn Jahre lang Stadtjugendfeuerwehrwart war. Reden, so sagt er, habe immer geholfen: „Wenn man darüber spricht, dann geht’s.“ Was bleibt, ist auch die Erinnerung an seine „Super-Wachabteilung“: „Ich bin immer froh gewesen, dass wir morgens gesund nach Hause gegangen sind.“

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