Aus für Schapals

Kein Nachfolger: Lüdenscheider Traditions-Metzgerei macht dicht

+
Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Im November präsentierte „Hansi“ Schapals seinen Enkelsohn Julian, frisch gebackener Fleischermeister, noch als Nachfolger.

Lüdenscheid - Die Hoffnungen auf eine Fortführung der traditionsreichen Metzgerei an der Kalve haben sich zerschlagen.

An der Kalve endet eine Ära. Die Metzgerei Schapals schließt heute ihre Pforten. Meister Hans-Joachim Schapals, inzwischen 75 Jahre alt, hängt seinen weißen Kittel nach fast 60 Berufsjahren an den Haken. 

Damit sinkt in der Kreisstadt die Zahl der familiengeführten Handwerksbetriebe in dieser Branche auf drei. Übrig bleiben die Fleischer Niedergesäss, Fuchs und Geier. 

Lesen Sie mehr über die Metzgerei Schapals

So folgerichtig der Schritt des längst pensionsreifen Lüdenscheiders ist, so überraschend kommt er für die Kunden. Denn noch im November 2017, zum 50-jährigen Jubiläum des Betriebes, präsentierte der alte Meister voller Stolz und Hoffnung seinen Enkelsohn Julian Schapals als künftigen Nachfolger. 

Julian, damals 24 Jahre jung, hatte eine zweijährige Berufsausbildung beim Großvater absolviert, die Essener Fleischfachschule besucht und im Januar '16 als Jahrgangsbester den Gesellenbrief gemacht. Nur zehn Monate später verlieh ihm die Kammer den Meisterbrief. Der Grundstein für die Fortführung der Familientradition an der Kalve schien gelegt. 

Doch es kam anders. Ende des vergangenen Jahres trennten sich die beruflichen Wege von Großvater und Enkelsohn. Über die Gründe dafür schweigt die Familie. Ein „Plan B“ für die Zukunft des Geschäfts blieb offenbar außer Sichtweite. 

Nun verkündete „Hansi“ Schapals das Aus für sein Lebenswerk. Von der Schließung ist unter anderem die langjährige Verkäuferin Yvonne Jurkuhn betroffen, die dem Unternehmen nach dem plötzlichen Tod der Chefin Irene Schapals im November 2016 treu blieb und bis zuletzt an der Seite Julian Schapals' die Kunden bediente. 

Unter denen waren traditionell stets viele uniformierte Vertreter von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdiensten, aber auch Vereinsvertreter oder Firmen, die oft viel gute und günstige Ware, etwa für Grillfeste, aus dem Laden schleppten. 

Hans-Joachim Schapals kündigte an, für größere Bestellungen wie „60 Schnitzel oder 80 Frikadellen“ dann und wann in seine Fleischküche zurückkehren zu wollen. Das Ladenlokal an der Kalver Straße aber bleibt zu.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare