Vorsätze für 2014: „Gelassener werden, die Ungeduld ablegen“

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„Vorsatzloser Mensch“: Dechant Johannes Broxtermann

Lüdenscheid - „Nie wieder Alkohol“, das ist der vielleicht verbreitetste Vorsatz, allerdings meist erst zu Neujahr. Aber mit dem Rauchen aufhören, abnehmen, mehr Sport treiben, das sind nach wie vor die klassischen Silvester-Projekte mit meist höchst unterschiedlicher Halbwertszeit.

Die LN haben sich einfach mal spontan umgehört, haben prominente und weniger prominente Lüdenscheider befragt, wie sie es mit dem Jahreswechsel halten und wie sie ins Jahr 2014 starten. Die Auswahl erfolgte durch Zufall und erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch – Spaß hat’s trotzdem gemacht.

Denn überraschend stößt man bei Dechant Johannes Broxtermann auf einen bekennend „vorsatzlosen Menschen“, wie es sich der Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Joseph und Medardus selbst bescheinigt. Das hat allerdings auch damit zu tun, dass es keine Laster gibt, die er sich abgewöhnen muss: „Das Rauchen muss ich nicht aufgeben, und das mit der Leibesfülle wäre auch vergeblich.“

Für die Gemeindereferentin Mechthild Börger ist nur der Vorsatz klar, „bloß keinen Vorsatz zu fassen“. Der Jahreswechsel ist für sie nicht so einschneidend, vielmehr seien es bestimmte Ereignisse im Verlauf eines Jahres, die sie bewegen würden, bestimmte Haltungen zu überdenken – und gegebenenfalls zu ändern: „Das klappt dann auch.“

Ein Gegenbeispiel ist in Sachen Vorsätze Marit Schulte, Mitarbeiterin der Pressestelle der Stadt Lüdenscheid. „Ich will nicht mehr fernsehen“, sagt sie klipp und klar, „und zwar mindestens bis Ostern.“ Ein bisschen TV ist allerdings noch drin, nämlich am Sonntag: „Tatort darf ich noch.“ Dass sie ihren Vorsatz überhaupt verrät, hat sogar einen Grund: „Damit setze ich mich ein bisschen unter Druck, wenn es schon in der Zeitung steht.“

Den Klassiker unter den guten Vorsätzen hat aber SPD-Fraktionschef Ingo Diller in Angriff genommen, allerdings schon im Vorfeld. „Seit Heiligabend rauche ich nicht mehr“, sagt der Kommunalpolitiker, der früher um jede Rauchpause innerhalb von Sitzungen gekämpft hatte. „Den Drang habe ich zwar noch, aber bisher hat’s geklappt“, ist er stolz.

Bürgermeister Dieter Dzewas hat die ersten paar tausend Schritte in Sachen mehr Sportivität bereits getan – mit Hilfe des Hundes, der die Familie auf Trab hält. Doch es soll noch weiter gehen, und zwar in Richtung Sportabzeichen. Das Problem des ersten Bürgers der Stadt dabei ist allerdings das Schwimmen, und das kann er erst im zweiten Halbjahr angehen, nach der Kommunalwahl, denn: „beim Frühschwimmen erreiche ich keine Wähler.“

Ihrem Vorsatz treu bleibt dagegen LN-Praktikantin Jacqueline Knaack, 17 Jahre alt und Schülerin der Ricard-Schirrmann-Realschule. Seit Mitte 2012 weiß sie nach einem Auslandsaufenthalt in Kanada, „dass ich Journalistin werden will“. Viel Erfolg!

An sein Amt und seine Aufgaben denkt zuerst der Superintendent. Klaus Majoress fällt bei den Wünschen fürs neue Jahr zunächst die Hoffnung für das Projekt Haus Nordhelle ein, bevor er an persönliche Ambitionen denkt, sich nämlich „ein wenig persönlichen Freiraum zu schaffen und mich öfter aufs Rad zu setzen.“

Sein Vorhaben sei, auch in diesem Jahr nicht mit dem Rauchen anzufangen, flachst Oliver Fröhling, beteuert aber, „den Crosstrainer zu reaktivieren, der zurzeit als Kleiderständer für meine Sakkos dient.“ Und nicht zuletzt: „Die Kommunalwahl im Mai gewinnen!“

Da gibt sich Ex-Bürgermeister und LSG-Oberst Friedrich-Karl Schmidt deutlich entspannter mit Blick auf 2014. „Einfach gelassener werden, die Ungeduld ablegen“, so sein Vorsatz für das neue Jahr.

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