Das Spiel mit Laser und Licht

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Bettina Pelz und Tom Groll, Kuratoren der Lichtrouten 2013, sowie André Westermann und Jörg Marré von der Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH stellten die Projektionen vor.

LÜDENSCHEID - „Ich kann mich erinnern, wie wir 2002 in einem uralten Pavillon Installationen gezeigt haben. Aber das ist Geschichte. Es hat sich in der Stadt viel verändert.“ Der Lüdenscheider Künstler Tom Groll blickt nach vorn, genauso wie Bettina Pelz. Beide kuratieren einmal mehr die „Lichtrouten“, denen man in diesem Jahr vom 27. September bis 6. Oktober in der Innenstadt folgen kann.

„Die Kunst der Projektion“ nennt sich das übergeordnete Thema in diesem Jahr und soll zeigen, wie vielfältig diese Licht-Einfälle sein können. „Mapping“ heißt eine dieser Lichtkunstformen, die an die Fassade des Allen-Hauses am Rathausplatz projiziert werden soll. Bettina Pelz: „2010 gab es die Buchstabenprojektion von Sigrid Sandmann. Das war statisch. In diesem Jahr werden sich Buchstaben bewegen.“ Der Lichtkünstler Rainer Plum will ein paar Meter weiter am Platanenhain Laserlicht zeigen. Zwischen den Platanen sollen Stäbe installiert werden, aus denen ähnlich einer Sprinkleranlage feinste Wassertropfen kommen. Diese werden mit Laserlicht angestrahlt. Neben dem Gothaer Gebäude soll auch das Postgebäude eine Station der „Lichtrouten“ sein, ebenso das Haus Wiedenhof mit einer Projektion auf der Außenwand sowie die Pavillons an der Bahnhofstraße. Pelz: „Ein weiterer Ankerpunkt wird die Fachhochschule. Dort zeigt Refik Anadol ebenfalls Mapping, allerdings nicht mit Buchstaben, sondern mit biometrischen Figuren. Diese digitalen Illusionen sind ein Spiel mit der Architektur des Gebäudes.“ In der ehemaligen Holzhandlung Damrosch will der gebürtige Kanadier Justin Lui eine begehbare Lichtwolke aus Glasfasern aufbauen, ähnlich wie der Retro-Hit aus den 80-ern, bei dem Glasfaserlampen ständig das Licht wechselten.

Weiter führt der Weg in das ehemalige Lichtlabor von DIAL zu einem Wechselspiel zwischen Nebel, Licht und Spiegeln, vorgestellt von der Künstlerin Diana Ramaekers, die sich in den letzten 20 Jahren fast ausschließlich den Erscheinungsformen des Lichts gewidmet hat. Bettina Pelz: „Sie war bei früheren Lichtrouten schon als Gast in Lüdenscheid. Als ich sie anrief, sagte sie: ,Natürlich komm ich’, das fand ich sehr schön.“ Die Phänomenta ist eine Station, der Parkplatz hinter dem Kunststoff-Institut eine weitere. Hier zeigt Christoph Giradet unter dem Titel „Silberwald“ mit einem Augenzwinkern Klischees aus Heimatfilmen.

An der Knapper Schule zeigt Klaus Obermaier eine reaktive Arbeit. Dort kann der Besucher den Fluss des Kunstwerkes selbst mitbestimmen und wird so zum Bestandteil des Werkes. Unterlegt wird die Aktion mit Ton. Im Kindergässchen stellt die Künstlerin Atsara die Physik des Lichts dar, an der Friedrichstraße steuern Kriechtiere und Insekten die Projektionen. Von der Kühne-Fabrik geht’s zurück zum Gothaer Haus, auf dessen Parkplatzwand kunsthistorische Werke zu sehen sein werden.

Bettina Pelz und Tom Groll freuen sich sehr darüber, dass in diesem Jahr auch Projekte aus den Anfängen der Lichtkunst gezeigt werden können. So zum Beispiel die erste Projektionsarbeit aus dem Jahr 1930 des Künstlers László Moholy-Nagy oder auch eine Arbeit von Nicolas Schöffer aus dem Jahr 1959. Von Otto Piene und Dieter Kiessling sind ebenfalls Arbeiten zu sehen.

Auch in diesem Jahr gibt es Standortbegleiter und Gästeführer. Sie werden in einem mehrteiligen Schulungsprogramm auf ihre Aufgabe während der Lichtrouten vorbereitet. „Da könnten wir noch einige gebrauchen“, so die Kuratorin. Die Schulungen beginnen im Mai. Wer daran teilnehmen möchte, kann sich unter der Rufnummer Tel. 0 23 51/10 64 234 an Gabriele Schlabach beim LSM wenden. -  Jutta Rudewig

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