Lüdenscheider leugnet Mord an Prostituierter

Vor dem hagener Landgericht muss sich seit Dienstag ein 26-jähriger Lüdenscheider verantworten.

LÜDENSCHEID/HAGEN ▪  Ein 26-jähriger Lüdenscheider leugnet vor dem Hagener Landgericht, eine Prostituierte in Hagen ermordet zu haben.

Am 24. Januar wird in einem Hagener Bordell eine Frauenleiche gefunden. Vieles deutet auf ein Verbrechen hin. Die junge Frau war mutmaßlich mit einem Gürtel oder ähnlichem erdrosselt worden. Zeitpunkt des Todes: etwa 3.30 Uhr. Nur fünf Tage später, am 29. Januar, nehmen Kriminalbeamte einen 26-jährigen Lüdenscheider als Tatverdächtigen fest. Seit Dienstag muss er sich wegen Mordes vor dem Hagener Landgericht verantworten.

Streit wegen der Bezahlung

Der Mann soll in der Tatnacht mit der Prostituierten einen Streit wegen der Bezahlung ihrer Dienste gehabt haben. In dessen Verlauf hat er der Frau, laut Anklage, mit einem textilen Schal die Hände auf dem Rücken verbunden und sie auf das Bett geschubst. Dann soll er ihr mit einem Gürtel den Hals zugeschnürt haben – bis der letzte Hauch Leben aus ihrem Körper gewichen war.

Vor Gericht präsentierte sich der Angeklagte gestern als Unschuldiger. Er gab an, am besagten Tag bis etwa Mitternacht mit einem Kollegen in der Lüdenscheider Innenstadt unterwegs gewesen zu sein. „Eigentlich hatte ich dann vor, nach Hause zu gehen“, so der 26-Jährige. Aber er hatte sich dann doch entschieden, dem Hagener Bordell noch einen Besuch abzustatten. „Um mein Bedürfnis zu stillen“, erklärte der Lüdenscheider. Mit einem Taxi sei er schließlich nach Hagen gefahren. Im Bordell angekommen habe dann eine junge, dunkelhäutige Frau seine Aufmerksamkeit erregt.

„Die wollte auf einmal mehr Geld"

Schnell, so sagte er weiter aus, habe man sich auf einen Preis von 30 Euro geeinigt. Das Geld habe der Angeklagte gleich ausgehändigt. Doch kaum seien sie im Zimmer der Frau angekommen, habe sie die 30 Euro in einen Schrank gepackt und weitere Forderungen gestellt. „Die wollte auf einmal mehr Geld. Es kam direkt zum Streit. Da hatte ich keine Lust mehr und wollte mein Geld zurück“, so der Lüdenscheider. Weil die später Getötete ihm den Zugang zum Schrank versperrte, habe er sie an der Schulter gepackt und aufs Bett geschubst. Dann habe er 50 Euro und ein Handy aus ihrer Handtasche genommen und sei wieder zurück nach Hause gefahren.

Auf seinem Weg nach draußen, so sagte er aus, seien ihm drei junge Männer aufgefallen. Genauere Angaben konnte er zu ihnen jedoch nicht machen. Erst bei seiner Festnahme habe er dann vom Tod der jungen Frau erfahren.

Am Mittwoch wird der Prozess mit der Anhörung zahlreicher Zeugen fortgesetzt.

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