Darum wurde das große Himmelfahrts-Picknick in Wigginghausen abgesagt

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So fröhlich und friedlich wie auf diesem Bild ging es in Wigginghausen zuletzt nicht immer zu.

Lüdenscheid - Das traditionelle Himmelfahrts-Picknick auf dem Gutshof Wigginghausen der Lebenshilfe ist Geschichte.

Auf dem idyllisch gelegenen Gutshof Wigginghausen der Lebenshilfe endet eine lange Tradition: Der Vorstand hat das große Himmelfahrts-Picknick für den 30. Mai ersatzlos abgesagt. 

Der Verzicht auf das beliebte Familienfest gilt demnach auch für die nächsten Jahre. Der Grund: immer mehr Schlägereien und Pöbeleien durch Betrunkene – und damit gestiegene Sicherheitsanforderungen. 

"So stellen wir uns kein Familienfest vor"

„Vorstand und Aufsichtsrat haben sich mit der Absage schwer getan, entscheiden aber zum Wohle der Bewohner und Besucher“, sagt dazu Vorstandsvorsitzender Stephan Thiel. „Wir mussten teures Sicherheitspersonal stellen, doch die Auflagen der Stadt wurden immer höher. Verständlich, da jedes Jahr mehr Polizei in Wigginghausen für Ordnung sorgen musste. So stellen wir uns kein Familienfest vor.“ 

Die Rolle der Stadt und der Polizei in den zurückliegenden Jahren bezeichnet Thiel als „sehr sehr konstruktiv“. Die Behörden trügen somit keine Verantwortung für die Absage der Lebenshilfe. 

„Aber nach den unschönen Vorkommnissen, die 2016 und besonders 2017 massive Polizeieinsätze notwendig machten, sind die Auflagen zum Schutz der friedlichen Besucher für uns mittlerweile einfach zu aufwendig.“ 

„Am Ende müssten wir sogar noch Geld drauflegen.“

Er müsse, so Thiel weiter, mindestens 30 Security-Kräfte und großflächige Einzäunungen aufbieten. „Außerdem hätten wir für die Zufahrt für eine Einbahnstraßen-Regelung sorgen müssen, um den Weg für Polizei und Rettungskräfte offen zu halten.“ Das koste alles zu viel. „Am Ende müssten wir sogar noch Geld drauflegen.“ 

Das Himmelfahrts-Picknick auf dem Gutshof hat in mehr als 30 Jahren eine wachsende Schar von Besuchern angelockt. Im vergangenen Jahr fiel das Picknick wegen der Bautätigkeiten auf dem Gutshof aus. Zahlreiche Vereine und Verbände haben zuvor mit ehrenamtlichen Helfern zum Erfolg beigetragen, haben Spiele für Kinder angeboten oder sich um die Verpflegung der Gäste gekümmert. 

Mehr junge Männer alkoholisiert und gewaltbereit

Bis zu 3000 Menschen strömten laut Stephan Thiel zum Festgelände. Unter ihnen aber auch eine wachsende Zahl vornehmlich jüngerer Männer, die am Vatertag deutlich alkoholisiert und zunehmend gewaltbereit auftraten. 

Die Keilereien, größtenteils untereinander, seien nach Angaben der Verantwortlichen nicht auf dem Gelände des Gutshofes, sondern auf der großen angrenzenden Wiese ausgebrochen. „Das spiegelt wohl eine allgemeine Tendenz in unserer Gesellschaft wider.“ Der Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe: „Das alles einzudämmen, sprengt einfach unsere Möglichkeiten.“ 

Schlager-Sommerfest für 7. September geplant

Als Alternative soll nun am 7. September ein Schlager-Sommerfest in Wigginghausen steigen. Die Vorbereitungen haben bereits begonnen. Die Veranstalter hoffen, mit dem neuen Angebot eine andere Klientel als betrunkene Randalierer anzusprechen – und eine fröhliche und vor allem friedliche Party für Familien feiern zu können.

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