Kampf gegen Vermüllung wird nun konkret

Politik verabschiedet Paket von Maßnahmen gegen illegale Müllentsorgung

+

Lüdenscheid - Wild entschlossen und in seltener Einmütigkeit hat der STL-Werksausschuss am Abend in einer außerordentlichen Sitzung ein dickes Paket von Maßnahmen gegen die weitere Vermüllung der Stadt beschlossen.

Der Vorsitzende des Gremiums, Bernd Schildknecht, brachte es auf den Punkt. „Wir brauchen eine knallharte Umsetzung und schnelle Erfolge, die man den Bürgern gegenüber nachweisen kann!“ 

Zwar ergab sich zu einigen Punkten, die CDU-Ratsherr Daniel Kahler in insgesamt zehn Anträgen formuliert hatte, Klärungsbedarf. Doch offene Fragen waren eher technischer oder organisatorischer Natur. 

Die SPD-Fraktion trägt die Inhalte mit. SPD-Ratsherr Sebastian Wagemeyer sagte, es gehe nicht darum, „wer hier das schönste Konzept hat“. 

Vorbehaltlich der Zustimmung des Rates soll der STL folgende Punkte umsetzen:

  • Die bestehende App zur Meldung illegaler Abfallentsorgung – in Dortmund zum Beispiel „Dreckpetze“ genannt – wird erweitert, um dem STL Fotos und Standorte wilder Müllkippen übermitteln zu können.
  • Der Betrieb wird prüfen, wie eine Telefon-Hotline zur Meldung verbotener Entsorgung eingerichtet werden kann.
  • Gleichzeitig prüft der STL, ob und wie ein WhatsApp-Kanal für die Meldungen von Bürgern an den Entsorgungsbetrieb aufgebaut werden kann.
  • Die rund 100 Wertstoff-Sammelstellen werden über die Seite Google-Maps ins Internet eingestellt.
  • Der STL untersucht die Sammelstellen in puncto Standortwahl, Größe oder Einsehbarkeit und Ausleuchtung. Im Juni soll ein Bericht darüber vorliegen.
  • Geprüft wird außerdem, ob Containerstandorte vermehrt von öffentlichem auf privates Gelände – etwa von Supermärkten – verlagert werden können.
  • Auch ein Schritt in Richtung Video-Überwachung von Wertstoff-Sammelstellen wird getan. Die STL-Werkleitung wird in der Juni-Sitzung über neue rechtliche Möglichkeiten sowie den nächtlichen Einsatz privater Wachschutzkräfte informieren.
  • Im Zuge verstärkten Online-Handels und damit einer Zunahme von Papier und Kartonagen wird untersucht, ob häufig überfüllte Papiercontainer zugunsten privater Papiertonnen aus dem Stadtbild verschwinden sollen.
  • Zur Umsetzung soll die „Müllpolizei“ des Ordnungsamtes um drei Kräfte verstärkt werden. Beim STL gibt es vier neue Planstellen. Werkleiter Heino Lange sagte dazu: „Das sind für uns pro Jahr 6000 zusätzliche Arbeitsstunden, um den Mist wegzuräumen, den andere hingeschmissen haben.“ 

Bürgermeister Dieter Dzewas kündigte an, dass mehr Personal eine Gebührenerhöhung bedeute.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare