Impulsabend: Kursbestimmung am Knapp

Wenn es Nacht wird am Knapp: Imbiss-Betriebe und Kneipen sorgen auch am Abend für ein gewisses Leben in dem Straßenzug.

LÜDENSCHEID - Der Patient ist vielleicht gesünder als gedacht. Anders ausgedrückt: Die Knapper Straße ist womöglich besser als ihr Ruf. Und durch gezielte und gebündelte Maßnahmen könnte ihr Potenzial künftig noch stärker ausgeschöpft werden.

Das jedenfalls war der Tenor bei einem Impulsabend zu den Perspektiven der Einkaufsstraße. Eingeladen hatte das Lüdenscheider Stadtumbaubüro. Rund 60 Besucher – darunter eine starke Verwaltungsabordnung – waren in den AOK-Räumen erschienen.

Blicken wir mal auf die aktuellen Gegebenheiten: Über die Knapper Straße wird bekanntlich oft hergezogen. Die Klagen klingen dabei meist ähnlich: Leicht heruntergekommen wirke der Straßenzug mit seinen dunklen Ecken und vielen Leerständen. Besonders in Richtung Christuskirche.

Doch die nackten Zahlen bestätigen das nicht. So sind von 133 Ladenlokalen an der Knapper Straße derzeit gerade mal elf unvermietet. Daran erinnerte Karsten Hoeing vom Stadtumbaubüro. Mit dieser Quote steht die Knapper Straße im Städtevergleich gar nicht schlecht da. Selbst in Innenbezirken von Großstädten ist das Bild mitunter kein anderes. Auch eine Folge von Internet-Konkurrenz und Großmärkten am Stadtrand, wie viele glauben.

Hoeing und auch Bürgermeister Dieter Dzewas wiesen in ihren Beiträgen außerdem auf besondere Knapp-Merkmale hin: historische Häuser mit hohem Wohnwert, inhabergeführte Geschäfte und ein breiter Branchenmix. Erst in jüngerer Vergangenheit haben an der Knapper Straße etwa ein Boxstudio und ein veganer Imbiss eröffnet – auch ein Indiz der Vielfalt.

Dennoch: Am Knapp gibt es durchaus Handlungsbedarf. Da liegen Immobilienbesitzer, Einzelhändler und städtische Verwalter wohl auf einer Linie. Eigeninitiative und abgestimmte Kollektiv-Maßnahmen gelten dabei als Zauberwörter. Frank Heinze, Kommunalberater aus Münster, bestätigte das Publikum in diesem Denken. Sein Rat: „Trotz der Internet-Konkurrenz – kollektive Anstrengungen für eine Standortaufwertung lohnen sich. Das zeigen viele Beispiele.“ Realistische Mieten und eine flächendeckende Fassadenpflege könnten in diesem Kontext auch für die Knapper Straße geeignete Maßnahmen sein. - Sebastian Schmidt

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