In Lüdenscheid-Gevelndorf

Wasserschaden: Kita St. Hedwig ist nicht mehr zu retten

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Das marode Kita-Gebäude St. Hedwig in Gevelndorf.

Lüdenscheid - Nach der durch einen Wasserschaden erforderlichen Sanierung der ehemaligen katholischen Kindertagesstätte St. Hedwig sollten die Kinder, die für die Dauer der Ausbesserungen in die Pavillons am Schöneck untergebracht worden sind, wieder zurück in ihr altes Domizil am Hüttenberg in Gevelndorf. Doch daraus wird nichts.

„Nach dem uns jetzt vorliegenden umfangreichen Gutachten ist eine Sanierung, die rund 1,8 Millionen Euro kosten würde, wirtschaftlich nicht vertretbar“, sagt Andreas Beckmann, Bauingenieur bei der Zentralen Gebäudewirtschaft.

Es habe sich herausgestellt, dass der Wasserschaden schon länger aktiv gewesen sei. Die Statik des in den 70-er Jahren errichteten Gebäudes sei ebenfalls angegriffen, ganz zu schweigen von den energetischen Maßnahmen, die ergriffen werden müssten. „Irgendwann kippt dann die Kosten-Nutzen-Rechnung.“

Hans-Joachim Waibel, stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender der Pfarrei St. Medardus, spricht von einem „wirtschaftlichen Totalschaden“, der auch die Kirche trifft. Der Kita-Zweckverband in Essen hatte sich 2016 als Träger zurückgezogen. Die Stadt Lüdenscheid und der Kirchvorstand hatten sich darauf geeinigt, dass die Stadt die Einrichtung übernehme.

Stadt muss Kita-Planung korrigieren

„Der Bedarf nach Kita-Plätzen in Gevelndorf ist hoch“, sagt Matthias Reuver, Fachdienstleiter Jugend, Bildung und Sport. Schnell war mit dem SOS-Kinderdorf auch ein neuer Träger gefunden. Die Stadt hätte die Miete an die Kirche gezahlt. Das ist nun alles hinfällig. 

„Eine bittere Pille für unsere Kita-Planung, aber auch für die Eltern“, sagt Reuver. Denn nun werden die Kinder voraussichtlich im November vom Schöneck in die neue Kita im Olpendahl ziehen. „Die Eltern waren natürlich nicht begeistert, haben sich aber, nachdem wir sie darüber informiert haben, inzwischen damit arrangiert.“

Arrangieren muss sich auch die Kirche mit dem vernichtenden Gutachten. „Wir müssen in unseren Gremien besprechen, was wir mit dem Gebäude machen“, sagt Pfarrer Andreas Rose. 

Die Stadt muss im Gegenzug ihre Kita-Planung korrigieren. Die Kita im Olpendahl sollte eigentlich ein zusätzlicher Standort mit 55 Plätzen werden. „Pech und Glück liegen hier ganz nah beieinander“, sagt Matthias Reuver.

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