Hundefreunde zeigen Biss: Bürgerinitiative gegründet

Setzt auf eine starke Bürgerinitiative: Anja Drilling.

Lüdenscheid - Die Stadt soll künftig mehr Herz für Hunde beweisen. Das jedenfalls ist das erklärte Anliegen einer Bürgerinitiative (BI), die sich jetzt offiziell formiert hat.

Von Sebastian Schmidt

Zur Auftakt-Versammlung kamen dabei rund 30 Hundefreunde in die Gaststätte „Ritter am Markt“. „Ein gute Resonanz“, wie Anja Drilling findet. Die Bergstädterin gehört zusammen mit Andree Brücher zu den Initiatoren der Bewegung.

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Zur Facebook-Gruppe der Initiative

Konkreter Anlass für den Schulterschluss der Bürger ist dabei die ab diesem Jahr geltende Erhöhung der Hundesteuer in Lüdenscheid. Die steigt bekanntlich auf 120 Euro pro Jahr – wenn man einen Hund hält. Vorher waren es 85,20 Euro. Wer zwei Hunde hält, muss noch deutlich tiefer in die Tasche greifen. 180 Euro werden dann fällig – pro Hund wohlgemerkt. Das bestätigte auf LN-Anfrage Stadtpressesprecher Wolfgang Löhn. Macht also künftig eine finanzielle Belastung von 360 Euro im Jahr. Bis dato waren es 204 Euro (102 Euro pro Hund).

Keine Überraschung wohl, dass Hundehalter von diesem Preissprung alles andere als angetan sind. Zwecks Protests gegen die Erhöhung ist aktuell eine Unterschriften-Aktion im Gange. In mehreren Geschäften liegen entsprechende Listen aus. Rund 1000 Signaturen wurden laut Anja Drilling bisher gesammelt. „Wir brauchen aber noch viel mehr“, so die Sprecherin der Bürgerinitiative.

Um den Protest zu verstärken, empfiehlt die BI Hundehaltern außerdem, Widerspruch gegen die kommenden Bescheide einzulegen und die neuen Sätze nur unter Vorbehalt zu zahlen. Anja Drilling: „Das ist einfach und kostet nichts. Man muss den Widerspruch nur kurz schriftlich fixieren und innerhalb von vier Wochen ans Rathaus schicken.“ Drillings Worte: „Wenn wir jetzt stillhalten, gibt es in fünf Jahren die nächste Erhöhung.“

Vor diesem Hintergrund baut die BI derzeit auch an einer eigenen Homepage. Eine Facebook-Gruppe zum Thema existiert bereits.

Auch um eine mögliche Hundewiese in Lüdenscheid kreisten die Gespräche bei der BI-Gründungsversammlung. Ob dieses Projekt realisierbar ist, steht derzeit noch in den Sternen. Immerhin haben die BI-Akteure in dieser Sache inzwischen näheren Kontakt mit Bürgermeister Dieter Dzewas aufgenommen. Und der hat auch zugesagt, die Verwaltung nach einem geeigneten Gelände suchen zu lassen. Das Areal soll dabei auch für ältere Bürger gut erreichbar sein. Erste Standort-Vorschläge für eine Hundewiese werden in etwa einem Monat erwartet.

Gleichzeitig machte Drilling aber deutlich, dass für Betreuung, Reinigung und Mähen der Wiese auf jeden Fall die Bürger selbst zuständig wären. Auch deshalb hofft die BI auf weitere Mitstreiter.

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