Wieder Hoffnung für „LÜD“?

+
Der Opel Olympia Rekord aus dem Jahr 1953 von Klaus-Peter Stachowiak hat noch ein LÜD-Kennzeichen.

Lüdenscheid - Kein LÜD, kein IS, kein AL? Eigentlich ist die Wiederbelebung der historischen Kfz-Kennzeichen kein Thema mehr. Doch eine Gruppe unentwegter Lüdenscheider sieht noch Chancen, künftig ihre Autos mit den traditionsreichen Nummernschildern der Städte im Märkischen Kreis auszustatten.

 

Am Sonntag zum Neujahrsempfang will Volker Jenneboer aus Brügge den Bürgermeister an die Liberalisierung der Kennzeichenverordnung erinnern, von der viele Städte und Kreise bereits Gebrauch gemacht haben.

Nach Möglichkeit gleich mit einem Auto mit LÜD-Nummernschild will er vorfahren und auch um Mitstreiter werben. „Ich will niemanden bedrängen und auch keine Demonstration veranstalten“, beruhigt Jenneboer im Vorfeld, aber er sieht ein breites und legitimes Interesse vieler Lüdenscheider, „ihr“ Kennzeichen zurückzubekommen. Der Brügger ist Initiator der stark frequentierten Facebook-Seite „Du bis Lüdenscheider, wenn...“ und hat dort das Interesse abgefragt. Im Ergebnis sprachen sich 160 Besucher der Seite für LÜD aus und nur gerade einmal 10 für MK beziehungsweise 8 für LS, was die gemeinsame Zwischenlösung war, nachdem sich Altena (AL), Iserlohn (IS) und Lüdenscheid (LÜD) von den eigenen Nummernschildern verabschiedet hatten. MK gilt seit 1979.

Die Liste mit 160 Unterzeichnern der Facebook-Gruppe will Jenneboer Bürgermeister Dieter Dzewas zu diesem Anlass überreichen und hat darüber hinaus noch einige Hundert Flyer drucken lassen, die die Besucher des Empfangs unterzeichnen können. Sein Argument: „Es kostet die Stadt nichts und bringt dem Straßenverkehrsamt des Kreises Einnahmen für die Ausstellung eines Wunschkennzeichens.“

 Doch bis dahin sind wohl noch einige Bretter zu bohren. Der Rat der Stadt Lüdenscheid hatte sich im November 2011 einer entsprechenden Resolution aus Bottrop nicht anschließen wollen, denn die Lüdenscheider Politik sah das Projekt als nicht ausreichend relevant an. Wichtiger aber ist die Beschlusslage des zuständigen Kreistags vom März 2012, nach der die Einführung der Alt-Kennzeichen abgelehnt wird. Es geht, so die Begründung in der Vorlage, einerseits um 16 500 Euro zusätzliche Kosten für Änderungen in der IT, aber auch um die Kurzformel MK, die in zahlreichen Bezeichnungen und Publikationen einen Bezug zum Märkischen Kreis herstelle. Auch die Bürgermeisterkonferenz im Kreis hatte sich mehrheitlich gegen die Reaktivierung von LÜD, AL und IS ausgesprochen, heißt es im Kreishaus.

 Ein anderes Argument der Kreisverwaltung, dass man sich in den kleineren Kommunen mit mit der Neuregelung nicht identifizieren würde, lässt Jenneboer nicht gelten: „Wir wollen MK ja nicht abschaffen. - flo

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare