Lüdenscheider haben noch keinen „Glühwein-Durst“

Prost: Thomas Jacob vom Glühweinstand hofft, dass die Lüdenscheider noch mehr Durst auf Glühwein bekommen. Er selbst ist aber auch noch nicht so richtig in Weihnachtsstimmung. ▪ Weber

LÜDENSCHEID ▪ Es duftet nach gebratenen Mandeln. Die Kinder drehen im Karussel ihre Runden. Und die Großen stoßen mit Glühwein an. Eigentlich ist alles da, was einen Weihnachtsmarkt ausmacht. Und doch: Irgendwas fehlt. Vielleicht die Kälte, ein bisschen Schnee und ja, auch die Besinnlichkeit. Wie sehen das die Lüdenscheider?

„Wir sind ja selbst noch gar nicht auf Weihnachten eingestimmt“, sagt Thomas Jacob vom Glühweinstand. Und das beobachtet er auch bei seinen Kunden. Klar, einige trinken schon Glühwein – aber wenn’s etwas kälter wär, würde er noch mehr Leuten noch besser schmecken. So ein richtiges Winterwetter wünscht Jacob sich aber auch nicht: „Es soll bloß nicht so viel schneien wie letztes Jahr.“

Der dreijährigen Charlotta ist das Wetter ziemlich egal – Hauptsache, sie kann Karussel fahren. Ihre Großeltern, Barbara und Manfred Richers beobachten sie dabei. Sie besuchen den Lüdenscheider Weihnachtsmarkt gerne: „Der ist richtig schön. Es gibt hier doch alles, was dazu gehört.“ Zum Beispiel auch einen Crêpe-Stand – und dessen Betreiber sind mit dem Wetter total zufrieden. „Die Sonne scheint und es ist trocken. Besser könnte es für uns gar nicht laufen“, sagt Verkäuferin Angelika Feld. Nur die weihnachtliche Stimmung, die sei eben noch nicht spürbar.

Für die ehemalige Lüdenscheiderin Dagmar Hanken, wird die auch in den kommenden Tagen wohl nicht aufkommen: „Ich finde den Markt hier einfach nur mickrig. Er ist sehr klein und hat kein Flair“. Sie ist längst nach Norddeutschland gezogen und nur noch zu Besuch hier.

Der Lüdenscheider Dieter Buschhaus hingegen mag „seinen Weihnachtsmarkt“. Seit sechs Jahren verkauft er zusammen mit seiner Frau Wilma Holzkunst aus dem Erzgebirge. Und die ersten Lichterbögen und Engel gingen schon über die Ladentheke. Er ist sich sicher: „Das wird schon noch. Die Leute müssen sich doch erstmal mental auf die besinnliche Zeit einstellen.“

Ähnlich optimistisch sieht’s Daniel Ilcev vom Bratwurst-Stand. „Ich möchte mich nicht beklagen. Aber es ist halt noch ein bisschen zu warm.“ Ihm fehlt noch die Atmosphäre – aber die komme schon mit der Kälte.

Und auch wenn die Menschen noch nicht so richtigen Glühwein-Durst haben – die begehrten Sammeltassen kaufen sie bereits am Stand von Thomas Jacob: „Die gehen gut weg.“ ▪ Lisa Weber

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