Lüdenscheider ist "Bergmann aus Leidenschaft"

Günter Schubert (65) arbeitet im Besucherbergwerk Graf Wittekind

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Der 65-jährige Lüdenscheider Günter Schubert hat als Bergmann im Dortmunder Besucherbergwerk Graf Wittekind eine neue Leidenschaft gefunden.

Lüdenscheid - Das Dortmunder Besucherbergwerk Graf Wittekind an der Syburg sucht Nachwuchs-Bergleute. Zu denen gehört seit kurzem auch der Lüdenscheider Günter Schubert.

Thilo Kortmann sprach für die LN mit dem 65-jährigen Lüdenscheider über seine neue Leidenschaft.

Herr Schubert, sie haben jetzt ein neues Hobby?  

Günter Schubert: Ja, ich bin jetzt mindestens ein Mal pro Woche unter Tage im Besucherbergwerk Graf Wittekind. Und das, obwohl ich vorher nie etwas mit Bergbau auch nur ansatzweise zu tun hatte.

Wie kam es zu der neuen Leidenschaft? 

Schubert: Nachdem ich einen Artikel über das Bergwerk gelesen habe, bin ich im Januar zunächst mal auf dem Syburger Bergbau-Wanderweg spazieren gegangen. Dann habe ich Ludwig Bücking, Leiter des Bergwerks, angerufen und bin mal mit unter Tage gegangen. Und schon hatte ich eine neue Leidenschaft.

Was hatten Sie denn früher für einen Beruf? 

Schubert: Ich war lange Zeit am Schreibtisch für die Telekom in Wuppertal tätig. Nach meiner Freistellung vor einigen Jahren bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Jetzt bin ich endlich angekommen, der Bergbau hat mein Herz gepackt.

Was gefällt ihnen den an der Arbeit im Bergwerk? 

Im Kreise der Hobby-Kumpel schmeckt es im Butterraum unter Tage natürlich nochmal so gut.

Schubert: Das Arbeiten in der Gemeinschaft, die unglaubliche Kameradschaft, die ich so noch nie erlebt habe. Und das Abenteuer. Es gibt noch viel zu entdecken, wie Spuren aus den Anfängen des Bergbaus aus dem 16. Jahrhundert. Zum anderen will ich unbedingt abnehmen. Man schwitzt sich dort quasi schlank, weil die Arbeit anstrengend ist und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist.

Welches sind denn ihre Aufgaben unter Tage? 

Schubert: Momentan bin ich für das Fördern zuständig. Das bedeutet, dass ich das Gesteinsmaterial vom Abbau an die Oberfläche befördere.

Es ist dort ja sehr eng und dunkel. Keine Angst? 

Schubert: Man arbeitet ja oft auf dem Boden liegend oder im Entengang. Es ist warm und eng. Bis zum Butterraum, dem Aufenthaltsraum für Bergmänner sind es 37 Meter, die in einem knapp ein Meter breiten und hohen Gang tief in den Berg hineinführen. Ich habe mit so etwas keine Probleme.

Was sagen denn ihre Familie und Freunde zu ihrem neuen Hobby? 

Schubert: Meine Ehefrau ist einfach nur froh, dass ich jetzt ein Hobby habe, das mich komplett ausfüllt und glücklich macht. Die anderen wundert es nicht mehr, das ich ausgefallene Dinge tue. Ich hatte schon immer spannende Hobbys. Ob als Helfer beim Bergbauern oder beim Winzer.

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