Schnelle Umsetzung

Digitalisierungs-Plan: 30 Tablets für jede Grundschule in Lüdenscheid

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Im Zuge der Deckenerneuerung wurden am BGL tausende Meter Kabel verlegt - für Internet in allen Klassenräumen.

Lüdenscheid - Schnelles Internet, W-Lan oder moderne Endgeräte: Nicht erst die Corona-Pandemie hat vielen bewusst gemacht, wie unverzichtbar die Digitalisierung in der heutigen Zeit ist – nicht zuletzt in der Schullandschaft. Dass bei diesem Thema Handlungsbedarf besteht, darüber sind sich alle Verantwortlichen im Klaren – und wollen dabei an einem Strang ziehen, wie am Dienstag im Ausschuss für Schule und Sport deutlich wurde.

Denn: Auch wenn Bund und Land Fördermittel in nicht unerheblicher Höhe für die Digitalisierung zur Verfügung stellen, wird das Geld nicht reichen, alle Lüdenscheider Schulen sofort und gleichermaßen auszustatten. Eine Projektgruppe, bestehend aus Experten der verschiedenen Fachbereiche, soll nun darüber beraten, wie das Geld verteilt wird.

Mit dem Ausbau an den Grundschulen Bierbaum, Knapper, Erwin-Welke sowie den weiterführenden Schulen, die unter die Bundesförderung fallen, wird im Jahr 2021/22 gerechnet. Alle anderen Grundschulen, für die in Kürze Einzelaufträge/Hausanschlussverträge abgeschlossen werden sollen, erhalten Landesmittel. Erste Ortstermine hätten laut Verwaltung bereits stattgefunden, eine Priorisierung soll unter anderem danach vorgenommen werden, an welchen Standorten bereits eine geeignete IT-Infrastruktur vorhanden ist beziehungsweise wo demnächst sowieso Baumaßnahmen anstehen.

Die Umsetzung für diese zehn Grundschulen ist für dieses und nächstes Jahr geplant. Im Haushaltsjahr 2019 wurden 280 000 Euro für die Ausstattung der Schulen mit Medien zur Verfügung gestellt. Sollten von dem Geld in erster Linie Beamer für jeden Unterrichtsraum angeschafft werden, wurde mittlerweile davon abgesehen – bis eine Medienentwicklungsplanung und damit ein einheitliches Konzept für alle Schulen vorliegt.

Stattdessen wurde in der Projektgruppe vereinbart, zunächst vorrangig die Grundschulen mit Medien auszustatten. Geplant ist die Anschaffung von elf Klassensätzen à 30 Tablets, die in einem fahrbaren Koffer mit Auflademöglichkeiten aufbewahrt und transportiert werden können. Kostenpunkt: 173 000 Euro. Darüber hinaus soll die Grundschule Wefelshohl ebenfalls Tablets erhalten, allerdings aus noch vorhandenen Mitteln aus dem Programm „Gute Schule 2020“.

Erfreulich aus Sicht der Verwaltung: Alle Schulleitungen der Grundschulen hätten sich auf diese einheitliche Lösung verständigt. Knapp 2,5 Millionen Euro an Fördermitteln erhält die Stadt Lüdenscheid aus dem Digitalpakt – inklusive des zehnprozentigen Eigenanteils in Höhe von 278 000 Euro stehen der Stadt somit knapp 2,8 Millionen Euro für die digitale Ausstattung der Schulen zur Verfügung.

Vorrangig gefördert werden vor allem die IT-Infrastruktur, aber auch schulgebundene mobile Endgeräte (gedeckelt auf 20 Prozent des Gesamtinvestitionsvolumens). „Das hört sich erst einmal nach viel an, ist auch viel, wird aber trotzdem nicht ausreichen, um alle Schulen auf den neuesten Stand zu bringen“, machte Fachbereichsleiter Matthias Reuver deutlich. Deshalb sei man sich innerhalb der Projektgruppe einig, das Geld nicht „mit der Gießkanne“ zu verteilen, sondern Prioritäten zu setzen. 

Wichtig war den Politikern in diesem Zusammenhang, dass alle Schulen an dem Prozess beteiligt würden und es einvernehmliche Lösung „ohne böses Blut“ gebe. Geplant sei nun, den Ist-Zustand und die Voraussetzungen, aber auch die Ziele auszuarbeiten, um so die Priorisierungen vorzugeben. Eine Umsetzung, so betonte Ausschussvorsitzender Jens Voß (SPD), werde für das nächste Jahr angestrebt. „Unsere Kollegen brennen für das Thema und alle Schulen sind bereit, an einem Strang zu ziehen“, machte Christiane Langs-Blöink, Schulleiterin der Theodor-Heuss-Realschule stellvertretend deutlich. „Uns ist allen bewusst, dass das Tischtuch zu kurz ist und nicht alles auf einmal geht. Aber gerade deshalb brauchen wir ein Signal, dass es auch nach den Fördermitteln weitergeht. Der politische Wille muss da sein, den digitalen Weg weiter zu beschreiten.“

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