Die Grünen wollen "Rebellen" rekrutieren - doch die bleiben vorerst aus...

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Protestieren nach Vorbild von „Extinction Rebellion“ – das war der Plan der Grünen-Fraktion. Zum ersten Treffen kam jedoch nur eine Interessierte (von links): Otto Bodenheimer, Renate Lazar, Besucherin Gaby Funk, Jürgen Appelt und Eugen Cramer.

Lüdenscheid – Die Lüdenscheider Grünen wollen rebellieren. Und das nicht alleine, sondern mit möglichst vielen Mitstreitern.

Für Mittwoch hatten Otto Bodenheimer, Jürgen Appelt, Eugen Cramer und Renate Lazar vom Ortsverband der Grünen in ihr Büro an der Herzogstraße eingeladen, um weitere „Rebellen“ zu rekrutieren, die sie bei ihren Aktionen unterstützen wollen. 

„Wir wollen nichts Aggressives aufbauen. Es soll eher kreativ und lustig werden“, erklärte Jürgen Appelt das geplante friedvolle Demonstrieren für ein besseres Weltklima – ganz nach dem Vorbild der Aktivistengruppe „Extinction Rebellion“.

Nur eine Interessierte beim Treffen

Ob es überhaupt dazu kommen wird, steht jedoch noch nicht fest, denn lediglich eine Interessierte machte sich auf den Weg in die Altstadt. Für den Tierschutz sei sie schon auf die Straße gegangen, stellte sich Gaby Funk bei den Grünen vor. 

Ob es in Lüdenscheid überhaupt das richtige Pflaster für solche Aktionen sei, müsse sich erst herausstellen, meinte sie. In Städten wie Dortmund, ist sie sicher, wäre das wohl einfacher. „Wir wollen überhaupt erst einmal sehen, wie groß das Interesse daran ist“, so Fraktionsvorsitzender Otto Bodenheimer. Die Idee soll wegen des sehr übersichtlichen Besucheraufkommens jedoch nicht gleich wieder verworfen werden. 

Stern-Center-Einfahrt blockieren?

Wer noch mitmachen möchte, kann gerne montags ab 19 Uhr in der Herzogstraße 1 die Fraktionssitzung der Partei besuchen. Da haben sich die Lüdenscheider Klimaaktivisten ganz andere Dinge vorgenommen: „Als spontane Idee könnte man vielleicht die Einfahrt zur Stern-Center-Garage mit Blumenkübeln zustellen“, überlegte Jürgen Appelt.

Auch eine Blockade von Firmen, die Heizöl verkaufen, wäre denkbar, Aktionen in der Landwirtschaft oder „in Supermärkten vor den Regalen mit Produkten aus Massentierhaltungen. Zu den Preisen kann es keine vernünftige Tierhaltung geben.“ Das sieht auch Renate Lazar so, meinte aber: „Leute mit geringem Einkommen müssen natürlich auf solche Angebote zurückgreifen“. 

Besucherin Gaby Funk teilte die Bedenken allerdings nicht: „Ich bin selbst Veganerin und komme auch mit wenig Geld beim Einkauf aus“, beteuerte sie. Zwar könne sie nicht alles in Bio-Qualität kaufen, könne sich aber durchaus gesunde und fleischlose Kost leisten. Das war Otto Bodenheimer gleich eine Einladung zur nächsten Fraktionssitzung wert, die von der einzigen Besucherin des Abends auch gerne angenommen wurde. Vielleicht folgen ihr ja noch einige weitere Interessierte.

Extinction Rebellion

Extinction Rebellion (englisch ‚Rebellion gegen das Aussterben‘) ist eine Umweltschutzbewegung mit dem erklärten Ziel, mit Mitteln des zivilen Ungehorsams Maßnahmen der Regierung gegen das Massenaussterben von Tieren und Pflanzen und das mögliche Aussterben der Menschheit als Folge der Klimakrise und der Vernichtung von Lebensraum zu erzwingen. 

Im April 2019 war sie laut Eigenaussage in 49 Ländern auf sechs Kontinenten mit 331 Ortsgruppen vertreten, in Deutschland waren im Oktober 2019 rund 70 aktive Ortsgruppen ausgewiesen, in der Schweiz 14, in Österreich 7. 

Quelle: Wikipedia

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