Lüdenscheider Goldschmied in guter Gesellschaft

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Oliver Pieper-Owada und seine Ehefrau Chiharu beim Besuch in Lüdenscheid.

Lüdenscheid - An exponierter Stelle – auf dem Umschlag und den ersten Seiten des Buchs – stellt der Art Box Verlag (Japan) die Arbeit des Lüdenscheider Goldschmiedemeisters Oliver Pieper-Owada in seinem großformatigen Schmuckbuch „Jewelry II“ vor. Als einziger Deutscher ist der in Tokio lebende Bergstädter in dem edel gestalteten Kunstbuch vertreten.

Unter den Namen japanischer Schmuckdesigner und Schmuckkünstler ist sein Name aufgeführt. Teil 2 des Schmuckbuchs ist ausländischen Gestaltern vorbehalten. Spanier, Engländer, Finnen, Amerikaner und Vertreter anderer Nationen präsentieren im Buch ihre ausgefallene, teils avantgardistische Kunst.

„Zum Teil sind sehr bekannte Künstler dabei“, sagt Oliver Pieper-Owada, der kürzlich mit Ehefrau Chiharu zu Besuch in Lüdenscheid war. Weithin bekannte Designer wie die Schmuckkünstlerin Yamada Reiko, die selbst mehrere Bücher veröffentlicht hat, sind dabei.

Mit Verzögerung – der Zerstörung japanischer Papierfabriken durch den verheerenden Tsunami im Jahr 2011 geschuldet – kam das Buch auf den Markt. Tragbarer Schmuck wie der des Lüdenscheider Goldschmiedemeisters, Gemmologen und Staatlich geprüften Gestalters für Schmuck und Edelsteine sowie ausgefallener Körperschmuck sind in dem Buch, das Einblick in die internationale Designerszene gibt, zu sehen.

Mit mehreren Arbeiten ist der Bergstädter in dem Werk vertreten. Eine davon ist das Mittelteil seines Meisterstücks, das er 1995 für seine Meisterprüfung anfertigte. Gold und Aquamarin sind darin in verschiedenen Arbeitstechniken zu einem Anhänger von fünf Zentimetern Durchmesser verarbeitet. Zu Messen und Ausstellungen, bei denen er seine neuesten Kollektionen präsentiert, nimmt Oliver Pieper-Owada den Anhänger oft mit. Auch als Briefkopf und auf seiner Homepage macht das runde Meisterstück Werbung für sein Atelier. „Zusammen mit dem dazugehörigen Halsreif wird das Meisterstück von meiner Frau nur zu besonderen Anlässen getragen, es ist unverkäuflich“, erzählt der Lüdenscheider.

Ein Ladenlokal besitzt Oliver Pieper-Owada in Tokio nicht. Seinen handgemachten Schmuck nach eigenen Entwürfen macht er mit wachsendem Erfolg durch Messen und Ausstellungen bekannt. Jedes Stück, das er anfertigt, ist ein Unikat. Einladungen zu Messen in Hongkong oder Korea, die er erhält, ist er bis jetzt noch nicht gefolgt. „Eigentlich haben wir alles vor der Haustür“, erklärt er sein Zögern. Aushängeschild des außergewöhnlichen Schmucks, den der Lüdenscheider im fernen Japan kreiert, sind – von der kunstvollen handwerklichen Gestaltung abgesehen – in erster Linie die ausgefallenen Materialien. Mehrere Wochen im Jahr ist das Ehepaar auf Reisen, um nach seltenen Materialien, die sich mit Gold kombinieren und zu außergewöhnlichem Schmuck verarbeiten lassen, Ausschau zu halten. Darunter sind häufig Materialien, die in alter Zeit der Schmuckherstellung dienten und unter Piepers gestaltender Hand eine frappierende Renaissance erfahren. Edelhölzer wie Ebenholz, alte (zerbrochene) Keramik aus Tempeln, sogar Mammutelfenbein aus Sibirien und Meteoritengestein sind dabei. Handelsplätze in Indien, Thailand, Burma und Sri Lanka sucht er auf der Suche nach Ausgefallenem und Außergewöhnlichen auf.

Viele „eckige Ringe“ – innen abgerundet wegen des Tragekomforts – und Ringe, die über die ganze Hand gehen, finden sich in Piepers Kollektionen. Eine Auswahl davon ist im Buch zu sehen. „Es war schön, den Eltern das Buch zu schicken“, erklärte der Goldschmied jetzt beim Besuch der elterlichen Goldschmiede an der Grabenstraße. „Es macht schon ein wenig stolz, weiterzuentwickeln, was meine Eltern vor über 50 Jahren begonnen haben. Rückbesinnung auf traditionelle Werte der Handwerkskunst, aber sich auch von alten Stilen befreien können. Für anspruchsvolle Kunden außergewöhnliche Materialien in eine eigene Formensprache umzusetzen.“ - MS

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