Lüdenscheider Gespräche werden fortgesetzt

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Professor Dr. Arthur Schlegelmilch(links) freutsich, dass die Lüdenscheider Gespräche fortgesetzt werden. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Es ist amtlich: Die Lüdenscheider Gespräche werden bis auf Weiteres fortgesetzt.

Obwohl das Institut für Geschichte und Biographie der Fernuni Hagen sich wie berichtet in den nächsten Tagen aus Lüdenscheid zurückzieht, wird die erfolgreiche Veranstaltungsreihe, die in der Vergangenheit mit vielen namhaften Referenten aufwartete, weitergeführt. Das war seit Bekanntwerden der Umzugspläne der Wunsch von Politik und Verwaltung in Lüdenscheid, aber auch von der Institutsleitung um den Geschäftsführenden Direktor Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch. Inzwischen wurden die entsprechenden Verträge von Kulturdezernent Wolff-Dieter Theissen und Regina Zdebel, Kanzlerin der Fernuni, unterzeichnet.

Künftig werden die Lüdenscheider Gespräche im Kulturhaus stattfinden. Der erste Termin unter den neuen Voraussetzungen ist am 30. Januar ab 18 Uhr. Als Referent erwartet wird Roland Jahn, als Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR Nachfolger von Joachim Gauck und Marianne Birthler. Schlegelmilch verspricht einen spannenden Vortrag, da Jahn selbst, im Gegensatz beispielsweise zu Gauck, unter hohem persönlichen Risiko eine wirklich aktive Rolle in der Bürgerrechtsbewegung der DDR gespielt habe. Außerdem habe Jahn durchgesetzt, dass ehemalige Stasi-Mitarbeiter, die bei der Behörde arbeiteten, entlassen wurden. „Ein Mann, der durchaus polarisiert“, sagt Schlegelmilch.

Der Institutsleiter ist zufrieden mit der neuen Lösung in Kooperation zwischen Institut und Stadt: „Wir haben so lange zusammengearbeitet, es wäre schade, wenn wir wirklich alle Zelte abbrechen.“ Außerdem seien die Lüdenscheider Gespräche eine eingespielte und bekannte Form, die immer ihr Publikum finde und auch von den Referenten entsprechend angenommen werde. Eine neue Reihe müsse sich erst wieder etablieren. Mit Namen wie Genscher oder Gauck in der Liste der bisherigen Gäste sei es leichter, Referenten zu überzeugen.

Auch Theissen freut sich, die renommierte Gesprächsreihe weiterhin in Lüdenscheid zu haben. Die Stadt beteiligt sich künftig mit 6000 Euro jährlich für Personal- und Sachkosten an den Lüdenscheider Gesprächen. Bisher wurde das Institut für Geschichte und Biographie mit 48 000 Euro pro Jahr unterstützt.

Die Termine für das Lüdenscheider Gespräch 2013 stehen bereits bis in den Dezember fest – erneut eine Liste mit spannenden Themen nicht nur zur Zeitgeschichte. ▪ gör

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