Geschichts- und Heimatverein zieht sich zurück

Stadtmarketing soll Lüdenscheider Stadtfest stemmen

Das Lüdenscheider Stadtfest wird in diesem Jahr zum letzten Mal vom Geschichts- und Heimatverein ausgerichtet.

Lüdenscheid - Klar ist: Das Stadtfest am 8. und 9. September findet in diesem Jahr zum 42. Mal statt – und zum letzten Mal in Regie und Verantwortung des Geschichts- und Heimatvereins (GHV). Unklar war bislang, ob und in welcher Form die Tradition der Riesenparty ab nächstem Jahr fortgesetzt wird – und wer die organisiert und über die Bühne bringt.

Jetzt spricht vieles dafür, dass die stadteigene Marketinggesellschaft (LSM) das Ruder übernehmen wird. Die GHV-Vorsitzende Dr. Arnhild Scholten sagt, im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte sei das Stadtfest für ihren Verein „zu groß geworden“. Gleichzeitig sei es für Vereine zunehmend schwierig, ehrenamtliche Helfer zu finden. 

Vor allem Vereine mit vornehmlich älteren Mitgliedern zögen sich zurück, zunächst die Vertriebenenverbände, nach und nach auch Chöre. Dr. Scholten: „Wir sehen die Entwicklung mit großer Sorge.“ 

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Für den GHV ist es nach Worten der Vorsitzenden nicht leistbar, diese grundsätzlichen Probleme zu lösen, um das Stadtfest auf Dauer attraktiv und am Leben zu erhalten. Klar sei, dass die Zusammensetzung der Bevölkerung sich stark geändert habe und der Migrantenanteil gewachsen sei. 

Gespräche hinter den Kulissen

Im übrigen fehle es in der Bandbreite der Aktivitäten für Kinder und Erwachsene deutlich an Angeboten für „die Altersgruppe dazwischen“, also die Jugendlichen. 

Die LSM GmbH ist aus Sicht des Heimatvereins wegen deren organisatorischer „Nähe zur Stadt“ der beste Kandidat, das Stadtfest auszurichten. LSM-Geschäftsführer André Westermann sagt zwar, das sei „alles noch nicht sicher“, und es gebe „noch kein Konzept und keine Planungen“. 

Aber hinter den Kulissen hat es schon Gespräche gegeben. Im Austausch mit dem GHV-Vorstand hat Bürgermeister Dieter Dzewas, auch Vorsitzender des LSM-Aufsichtsrates, bereits seine Zustimmung gegeben. 

Bürgermeister glaubt an den "richtigen Weg"

Im LN-Gespräch sagt Dzewas, es gebe „noch keinen formellen Beschluss“, aber das Stadtfest in die Hände des LSM zu legen, sei „der richtige Weg“. 

Zunächst werde das Stadtfest 2018 gefeiert, dann gehe es an die Umstrukturierung. Wie die aussehen wird, steht noch in den Sternen. 

Der Stadtfest-Beauftragte der Verwaltung, Dierk Gelhausen, war – wie seine Vorgänger – für die Aufgabe teilweise freigestellt und wird eigenen Angaben zufolge „den Übergang begleiten“. 

Für André Westermann gibt’s vorerst auch so mehr als genug Arbeit. „Durch das Stadtjubiläum liegen wir hier schon über dem, was leistbar ist“. Wenn Westermanns LSM die Mammutaufgabe übernimmt, dann müsse „ein Neuanfang“ gemacht werden, so der Geschäftsführer. 

Dazu, sagt der Bürgermeister, gehören auch Entscheidungen über Geld und Personal.

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