Chance für Hausbesitzer

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Häuslebauer und -käufer haben nach einem aktuellen Urteil die Chance auf Rückzahlung von Gebühren.

LÜDENSCHEID - Weil das Amtsgericht so genannte Kreditbearbeitungsgebühren von Banken bei Baufinanzierungsdarlehen für unzulässig erklärt hat, muss ein Lüdenscheider Geldinstitut jetzt einer Familie aus der Kreisstadt die gezahlten Gebühren erstatten. Die Bank hatte die Gebührenhöhe auf zwei Prozent des Gesamtkredits festgelegt und offenbar widerrechtlich kassiert.

Von Olaf Moos

Die Familie aus Lüdenscheid hatte sich von dem Hagener Rechtsanwalt Stephan Papadopoulos vertreten lassen, der für die Frankfurter Kanzlei Alegos tätig ist – ein Rechtsanwaltsbüro, das unter anderem auf Anlegerschutz, Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert ist. Papadopoulos im LN-Gespräch: „Mit der am 22. Januar verkündeten Entscheidung liegt das Amtsgericht Lüdenscheid auf der Linie verschiedener Oberlandesgerichte.“

Seit Jahren gibt es nach Angaben des Juristen „eine von weiten Kreisen der Bevölkerung nicht bemerkte Ausein-andersetzung um Kreditbearbeitungsgebühren“. Die bei Banken jahrelang gängige Praxis, solche Gebühren zu verlangen, ist für eine wachsende Zahl von Gerichten unzulässig. Papadopoulos: „Gleichwohl weigern sich die Banken, ihren Kunden diese Gebühren zurückzuzahlen.“ Bundesweit gehe es dabei ausweislich eines Artikels der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) „um einen Milliardenbetrag“.

Im Lüdenscheider Fall (Aktenzeichen: 91 C 129/13) hatte die Niederlassung einer Großbank einer Familie für einen Hauskauf einen Kredit von 80 000 Euro gewährt und dafür neben dem vereinbarten Zinssatz Kreditbearbeitungsgebühren von 1600 Euro berechnet. Bei dieser Summe ist noch das Amtsgericht zuständig. Überschreitet die Gebühr 5000 Euro, befasst sich das Landgericht mit der Sache. Ob die Bank im aktuellen Fall Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt hat, war nicht zu erfahren.

Stephan Papadopoulos: „Viele Bankkunden wissen nicht, dass sie Rückforderungsansprüche haben. Diesen rate ich, ihre Kreditverträge durch einen Anwalt überprüfen zu lassen.“

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